Jahr: 2008

Jahresrückblick 2008

  Jeder wo schreiben kann, macht einen Jahresrückblick – aber einen zum Anhören gibt es selten. Okay, es gibt natürlich die 2008er Charts und Nachrichtenüberblicke und was in der EJZ stand. Aber der letzte ist ja nun wirklich nix zum Anhören. Hier ist jetzt der 2008er Jahresrückblick von Jens, mir und Martin von meinem Sofa. Was ist 2008 im Landkreis angefangen worden, was ist in Erinnerung geblieben? Eine Stunde und drei Minuten lang geredet – und was haben wir vergessen?

Benzinpreise stellen sich gegen den Trend

Okay, ich gebe es zu: So richtig doll betroffen bin ich von den Benzinpreisen ja nicht. Selbst die stärkste Produktionssenkung der Opec-Geschichte scheint zu verpuffen: Der Ölpreis ist am Morgen in Asien weiter gesunken – obwohl das Kartell jeden Tag 2,2 Millionen Fass Öl weniger fördern will. welt-online Während die Opec versucht, die Preise stabil zu halten sinkt die Nachfrage nach Öl drastisch, was wiederum den Preis an den Rohstoffbörsen drückt. Der Verfall des Ölpreises ist für den Verbraucher ein Geschenk zum Fest, oder? Ich stelle seit ein paar Tagen wieder steigende Preise an den Zapfsäulen fest. Nachdem ich im Bekanntenkreis schon Wetten angenommen habe, ob wohl die 1€/ltr-Grenze geknackt wird, geht es seit drei Tagen nur in eine Richtung: nach oben. Was den Erdöllieferanten nicht gelingt, schaffen die Benzinversorger spielend: höhere Preise am Markt durchzusetzen. Stand heute: 1.15 €/ltr. Benzin in Dannenberg. 🙁 (Mal wieder ein echter Doppelpunkt-Artikel :-))

Gewonnen

Ich habe selten etwas gewonnen. Was einfach daran liegt, dass ich selten an Gewinnspielen teilnehme. In der Regel reizen mich die Gewinne im Grunde nicht wirklich und der dafür zu betreibende Aufwand nervt mich mehr, als es mir der Nutzen des Gewinnes wert wäre. Aber diesen Anstecker brauchte ich einfach. Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich die morgendlichen Ergüsse von Bob so sehr schätze, dass ich mich gerne während seiner Ergüsse beschimpfen lasse. Und außerdem: Girls Don’t Poop ist mal echt geil! Ein Gewinnspiel, bei dem einfach ein @Reply via Twitter geschickt wird, ist so ziemlich das niederschwelligste was ich mir vorstellen kann – und gewonnen habe ich auch noch! Let the games begin!

Erdbeben in der Ostsee

Heute morgen bebte die Erde im Norden. Die ersten Meldungen laufen über Twitter kurz vor 7 Uhr morgens auf. 385 km von Lüchow-Dannenberg entfernt stellen die vernetzten Menschen ihre Erlebnisse live online. Das Seismologische Zentrum der Schweden ortet das Epizentrum in der Ostsee an der Südküste Schwedens mit einer Amplitude von 4.7   Mal sehen, wann die ersten Agenturmeldungen auflaufen.

Sklaverei ist verboten

Artikel 4 Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten. Was etwas anachronistisch anmutet, ist immer noch hoch aktuell. Stichwort Menschenhandel in der Sexindustrie. Auch in  China und Afrika ist der Handel mit Menschen noch immer ein Thema. Das ist ohne Übertreibung eine Schande und zeigt, dass die Durchsetzung der Menschenrechte eine dauerhafte Aufgabe und kein endliches Projekt ist.

Und wieder neu

WordPress gibt es seit wenigen Tagen in der Version 2.7. Wichtigste Änderung für den Betreiber einer Website mit WordPress im Hintergrund: Er muss sich auf eine vollkommen überarbeitete Admin-Ansicht einstellen. Das ist auf der einen Seite recht aufregend, auf der anderen Seite aber auch recht nervig. Immerhin haben die Macher von WordPress wirklich alles angefasst, was sich verändern lässt. Mir persönlich geht die Navigation über die Seitenleiste noch recht schwer von der Hand aber ich werde den Teufel tun, mich zu beschweren. Dafür bin ich den Machern dieses Systems viel zu dankbar. Das Upgrade funktioniert einwandfrei und mit etwas Geduld klappts bei mir früher oder später auch mit dem Backend… 🙂

Frei und sicher leben

Artikel 3 Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Kurz und bündig, aber: Es ist genau dieser Artikel den Sergant Zinn in Heinleins „Starship Troopers“ so genüsslich als Beweis anführt, dass die Menschenrechte nicht das Papier wert seien, auf dem sie geschrieben sind. Denn: „Was nützt dieses Recht dem Schiffbrüchigen auf dem Ozean?“ Heinleins Roman ist zu Recht umstritten. Sein Gesellschaftsentwurf widerspricht so ziemlich in jeder Nuance dem, was ich mir von einem lebenswerten Staat erwarte. Trotzdem muss ich die Antwort auf diese Frage schuldig bleiben. Kann mir jemand helfen?

Oben, unten, links und rechts – Eines für Alle

Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist. Ein Recht, das unabhängig von Gesellschaft und Staat gilt. Kann das gut und richtig sein?

Frei, vernünftig, brüderlich

Es ist so eine Sache mit den Menschenrechten. Seit 60 Jahren sind sie nun offiziell unterzeichnet und irgendwie hakt es an allen Ecken und Enden. Vielleicht ist es nicht das Wahre, sich während der Jahrestage der Unterzeichnung an die Menschenrechte zu erinnern. Besser wäre es sicher wenn dieses Fundament der (westlichen) Kultur tagtäglich gezeigt wird. Darum fange ich jetzt einfach mal an . . . Kurz, verständlich aber dafür öfter. Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. Jemand nicht einverstanden?

Slow-City – Lüchow gibt Gas

Die Lüchower müssen nicht traurig sein, dass das Slow-City-Konzept – mit erheblichem Zeitdruck entwickelt – nicht preiswürdig zu sein scheint. Erstens finde ich das Konzept, soweit es in der EJZ stand, recht charmant. 😉 Zweitens wäre das Erringen eines Preises auch eine leidige Verpflichtung: Wenn das Konzept so gut war, käme nur mangelhafte Umsetzung als Grund für ausbleibende Nachhaltigkeit in Frage, oder? Ich glaube, solche Ãœberlegungen tauchen im politischen Leben unvermeidbar auf. Das es nicht zwingend an der Umsetzung liegt wenn der Langzeiteffekt trotz Vorschusslorbeer ausbleibt, steht auf einem anderen Blatt. Und überhaupt: Es gäbe sicher viele Preise, die sich für das Konzept Slow-City anbieten würden – aber lohnt der Aufwand Vorschusslorbeeren zu sammeln oder ist es nicht ohnehin besser, alle Energie für die Mobilisierung vor Ort zu investieren und auf die bevorstehende Ernte zu hoffen? Dass die Lüchower das können, beweist der gelungene Auftakt der Bürgerstiftung in diesem Jahr. Sie wird sich langfristig durch gewonnene Freiheit auszahlen.