Monate: November 2009

Zu Hause!

Es ist ein guter Tag. Wie auch immer dieser Freitag der 27. November weitergehen mag, es ist ein guter Tag. Um 23.55 den vergangenen Donnerstages hörte ich (hoffentlich für lange Zeit) das letzte Mal „Buddies“ von Robbi Williams. Durch ganz Deutschland hat mich dieser Song verfolgt wie eine intensive Erinnerung, falls Ihr wisst was ich meine. Seitdem höre ich im eigenen Auto Deutschlandfunk – nur so aus Trotz. Inzwische sitze ich also bei einem Bier in der Küche und denke mir: „Du bist zu Hause nachdem du echt lange weg warst.“ Vier Tage lang war ich in Deutschland unterwegs. In dieser Zeit habe ich immerhin fünf Bücher in den Markt geboren. Und an diesem Freitag, dem 27.November, bin ich endlich wieder zu Hause. Ich mache mir Mark Knopfler „Sailing to Philadephia“ an und lasse Revue passieren. Das ganze online – schließlich bin ich auch in dieser Beziehung wieder daheim: Ludwigsburg ist toll, reich und prächtig. Verwöhntes Kleinod im Ländle, wie der Kraichgau eine Insel der Seeligen (was natürlich nicht stimmt wie die Vekäuferinnen im Quelle-Shop …

Heute schon Händchen gehalten?

Wer schon etwas von Politik gehört hat, der hat auch schon etwas von Koalitionen gehört. Wer davon keine Ahnung hat oder sich nicht interessiert war aber schon mal verliebt, und das ist so was ähnliches. Koalieren ist, wenn zwei Personen oder Gruppen mit unterschiedlichen Zielen für ein Stück des Weges gemeinsam in die gleiche Richtung gehen und sich an der Hand fassen. Je enger so ein Zusammenschluß ist, desto gemütlicher wird es – aber Liebespaare wissen es: man kommt Arm in Arm entweder verdammt langsam vorwärts oder man nimmt auf unebenen Gelände automatisch am Silly Walking-Wettbewerb teil. Also heißt es in der Liebe wie in funktionierenden Koalitionen: Händchen oder Abstand halten bringt Euch schneller voran. In einer Vortragsreihe hat Andrew Odewahn auf sehr unterhaltsame Weise gezeigt, wie sich Koalitionen im US-Senat entwickeln, verändern und zusammenhalten. Immer abhängig von den jeweilgen Themen. Man hat die Daten über das Abstimmungsverhalten der einzelnen Abgeordneten grafisch aufbereitet und Oderwahn präsentiert so den Schwarm der US-Senatoren. Sehr spannend nicht nur für Soziologen oder Politiker sondern auch für alle, die etwas …

Auch gern mal was Politisches, . . . Merkel, Schäuble und der Telegraaf

Als guter Europäer danke ich unseren holländischen Journalisten vom Boulevard dass sie eine Frage stellen, die den deutschen Kollegen nicht eingefallen war: Ist die Person Schäuble eigentlich der geeignete Finanzminister in der Krise? Merkel sagt „Ja“, und wenn die Kanzlerin Wolfgang Schäuble vertraut, dann ist das eine Hausnummer – und die Frage stellt sich mir trotzdem. Die Parteispendenaffaire mit einem Waffenhändler namens Schreiber ist nicht vergessen und auch der Grund, warum der Telegraaf im Wespennest zu Wort kommt. Als Law-and-Order-Innenminister hat Schäuble einiges dazu beigetragen, dass man ihm das Saubermann-Image wieder abnimmt – auch wenn jetzt einige meiner Leser laut „Boooo“ rufen werden 🙂

Aus den Augen aus dem Sinn

Es tut sich was an der Marktplatzruine (aka Ratskeller) in Dannenberg. Pünktlich zum Ende der Touristensaison haben am vergangenen Montag Mitarbeiter von Hoppe und Stolt eine schmucke Holzfassade gezimmert. Die sorgt nicht für Stabilität oder ähnliches, befreit aber das beleidigte Auge des Betrachters vom Elend, angewidert auf den Müll hinter dem bisherigen Bauzaun zu starren. Fast drei Jahre nachdem der Ratskeller zur Marktplatzruine geworden ist war das auch langsam Zeit. Genauso wie die Gebühren, die dem Besitzer des Grundstücks inzwischen aufgedrückt werden.

Ganz große Emotion: Schabowskis Zettel

Na, heute schon ferngesehen? Ich bin – ganz anders als viele meiner Bekannten – doch immer noch sehr dankbar, dass es das öffentlich rechtliche Fernsehen gibt. Denn anders als viele meiner Bekannten genieße ich auch die großartigen Dokumentationen, die auf ARD und ZDF (und natürlich den digitalen Derivaten) laufen. Aber dass ich einen Fernsehtipp im Wespennest abgebe, ist doch eher selten. Also: Unbedingt in der ARD-Mediathek ansehen, bevor die Sendung wieder vom Server genommen wird – Schabowskis Zettel, 24 Stunden, die die Welt veränderten: Am 9. November 1989 verlas Günter Schabowski, Mitglied und Sprecher des Politbüros des Zentralkomitees der SED, auf einer live im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die neue Reiseregelung der DDR. Sie war von hohen Offizieren des Innenministeriums und der Staatssicherheit erarbeitet worden. Entgegen den Vorgaben der politischen Führung hatten die Verfasser die Möglichkeit einer unbürokratischen Aus- und Wiedereinreise in das Papier geschrieben. Dennoch passierte die Reiseregelung unbeanstandet das Zentralkomitee. Egon Krenz persönlich drückte Günter Schabowski den Zettel für die Pressekonferenz in die Hand. Den Machern dieser Doku ist es gelungen, ein Stück Deutschland …