EJZ-Anzeige Das Kleingedruckte meiner Autoversicherung liest sich leichter, die Aktualisierungen der Beck’schen Gesetzesbücher ist relevanter und gäbe es nicht diese Anzeige – ich würde noch immer darüber grübeln, wer wohl die Handelsregister-Anzeigen in Tageszeitungen überhaupt lesen mag.

Michael Koch ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachen. Er tritt in einer Anzeige in der Elbe-Jeetzel-Zeitung für einen Beibehalt der Handelsregister-Anzeigen in den Zeitungen ein.

Spannend finde ich besonders die Begründung, die Herr Koch neben seinem Bild ins Feld führt:

Die Informationsplattform für Handwerker, kleine und mittelstandische Unternehmen entfällt.
Interessierte ohne Internet werden ausgeschlossen.
Abrufe gibt’s künftig im Internet möglicherweise nur gegen Bezahlung.

Eine Anzeigenseite als Informationsplattform zu bezeichnen, fasst den Begriff doch etwas weit.
Interessierte ohne Internet dürften tatsächlich Pech haben. Aber allein diese Aussage wirft ein bezeichnendes Licht auf den Eindruck, den Herrn Koch von seinen Mitgliedern hat. Letztendlich sind derzeit alle ausgeschlossen, die die örtliche Presse nicht beziehen (aus welchem Grund auch immer).
Und zu guter Letzt frage ich mich, ob Handwerker ihre Tageszeitungen derzeit kostenlos bekommen und welches Paymentmodell wohl zum Einsatz kommen wird, falls die Handelregisteranzeigen ausschließlich im Web veröffentlicht werden.

Ein anderes Problem besteht für die Tageszeitungen. Denen gehen natürlich die aquisefreien Anzeigen ab. Wenn – wie geplant – die Veröffentlichungen ausschließlich über eine Website des Bundes veröffentlicht werden, haben die Controller in den Verlagen alle Hände voll zu tun. Ab 2008 soll es soweit sein, bis dahin gilt (wie immer in Deutschland) eine Ãœbergangsfrist.

Die Zeitungen reagieren schon. Newsfactory bietet ein Tool an, welches offenbar schon bei einigen Tageszeitungen im Einsatz ist.

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