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Was ist eigentlich mit DEM Topthema aus dem Wendland – dem inzwischen traditionellen Castortransport? Wer bei Technorati das Stichwort sucht, findet derzeit 654 deutschsprachige Einträge, von denen allerdings eine ganze Menge als Streuverlust abgebucht werden dürfen. Zu oft war der Castor als Teil der Mythen mit dabei, selbst als Nickname habe ich Castor gefunden.

Tatsache ist, dass Weblogs zum Thema sehr rar sind. Das mag verschiedene Ursachen haben. Sicherlich ist dem örtlichen Widerstand eine gewisse grundkonservative Haltung nicht abzusprechen – Flugblätter sind als haptisches Erleben doch einfach etwas Schöneres als ein schnödes Feed.

Aber das allein kann es ja auch nicht sein.

Gerade bei den aktuellen Informationen sind Feeds eigentlich die ideale Verbreitungsform. Wer sitzt schon stundenlang vor dem Rechner, starrt auf eine Seite, drückt dauernd F5 und wartet darauf, dass der Transport die Grenzen des eigenen Aktionsradius endlich erreicht hat?

Dabei ist durchaus der Drang zur intensiven Mediennutzung vorhanden. Die Llga ist nach eigener Erklärung schon seit 1994 am Netz. Dabei war Lüneburg in Sachen Internet nun wahrlich nicht weiter als Karlsruhe. Und dort gab es bis 1990 wenigstens eine Wiederaufbereitungsanlage.

Aber wenn auch die Verlinkung innerhalb der Widerstandsszene durchaus beachtlich ist (fast keine der Seiten kommt ohne eine gepflegte und große Linkliste aus), so ist doch die Szene nach wie vor auf Newsletter und ggf ICQ oder Messanger-Services angewiesen.

Die Sicherheit der Community könnte ein Grund sein, der gegen eine weitere Vernetzung spricht. Einzelne Seiten nutzen eigene PGP-Schlüssel für emails und wappnen sich damit gegen email-Lauschangriffe von Vater Staat.

Sicher scheint auch, das die diversen Kurzfilme zum Thema Castor bei YouTube mehr Zuschauer erreichen würden, als zum Beispiel über das – zugegebenermaßen gut sortierte – communityeigene VideoPortal. Allerdings steht die Masse der in YouTube abgelegten Filme im krassen Wiederspruch zur ernsthaften Anliegen, welches die Castorgegner mit ihren Filmen haben.

Der Burner ist ein heute gefundenes Trainingsvideo. Das steht bezeichnenderweise auf einem der wenigen “positiven” Beispiele in Sachen “neue Medien” in der Widerstandsszene. Allerdings sind die Themen links und rechts vom Castor meiner Ansicht nach ziemlich krude und ich persönlich wusste nicht einmal, dass man heute auch gegen Sekten auf die Straße geht. Wie auch immer.

Ich bin mal gespannt wie lange es dauert, bis sich die Sitebetreiber auf die neue Situation einstellen. Wer näheres über die Castorszene und deren Auftritte im Web erfahren möchte sollte mal del.icio.us mit dem Stichwort castor füttern.

Da bleibt nur warten….

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4 Comments

  • Wie witzig. Das Hixblog habe ich gestern entdeckt. Das scheint aber inzwischen – nachdem der Castor im Kasten ist – genauso tot wie das Castorblog.

    Schade eigentlich.

  • Pingback: Wespennest » Blog Archive » Wie kommt der Castor in YouTube?

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