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Wer bei Kindern automatisch an Dauer daddelnde, dicke Colatrinker der nächsten Generation denkt und seine Seite daraufhin ausrichten möchte braucht hier eigentlich nicht weiter zu lesen. Das ist – so oder so – eine Frage für Pädagogen und keine für mich.

Was ich vor Augen habe, ist eine Seite, welche die neugierige Entdeckernatur des Kindes fordert und fördert.

Neben dem “was” stellt sich für alle Nichtprogrammierer die Frage nach dem “Wie?”

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass vor allem der Glaube an die Mission hilft.

Das Wichtigste in Kürze.

  • Freie Blogsoftware wie WordPress schafft einen ersten technischen Rahmen der ausreichend Platz für Entwicklung der Site bietet. Was es in Sachen Technik zu lernen gibt, ist im Web ausreichend verfügbar.
  • Wer Kindern etwas zu sagen hat und eine Kinderseite machen möchte, muss Kinder einigermaßen mögen und Spaß am Web haben.
  • Spezialthema Sprache: Staubtrocken darf sie nicht sein, albern soll sie nicht sein.

Aber wo ist die Mitte?

Ich bin der Ansicht, dass die beste Schule für die inhaltliche Tonality der Non-Stop-Konsum einer DoppelDvD mit Sachgeschichten aus der WDR-Maus ist. Die haben ihre Tauglichkeit bei Generationen Heranwachsender bewiesen und sogar Erwachsene immer vorm Fernseher verharren lassen. Schöner Nebeneffekt: Wer sich wirklich lange diese Sprache anhört, kann ihn leicht kopieren. Dieser Sprachstil funktioniert auch im Web.
Klingt komisch, geht aber trotzdem ;-)
Dabei bleibt es aber leider nicht.

Leider bleibt die WDR Maus im Web hinter ihren Mögichkeiten zurück. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

  • Fragen der Gestaltung kommen bei Kinderseiten zwingend auf,
  • Navigation und Userfreundlichkeit besitzen einen ganz anderen Stellenwert
    als bei Erwachsenenseiten (was mir bis heute niemand erklären konnte –
    auch Erwachsene mögen es leicht),

Dummerweise gibt es verhältnismäßig wenig Material zum Thema. Gestaltung ist auch bei Kinderseiten vor allem eine Frage der Möglichkeiten und des Geschmacks. Nun sind zum Glück einige Fachleute der Wissensvermittlung gegenüber offen und bieten ihre Erkenntnis und Fundsachen auch den Erwachsenen an, die das Thema echt interessiert.

Ein für mich neues Beispiel habe ich heute per Zufall gefunden:

das Blog von “Medienmami.de”.

Hinter dem Projekt steckt die Uni in Ulm. Nette Beiträge und der studentische Ansatz ist durchaus erspürbar und authentisch, sogar ein Podcast ist dabei mit einem guten Interview (1)… (selbst hören!).
Der Eintrag “Broschüren zu Medienpädagogik” hat dann aber schlussendlich doch zu diesem Artikel geführt. Denn es zeigt, warum eine “echte Weiterentwicklung” auf den Kinderseiten so unendlich schwer ist, wenn “Michael M.” in der Medienmami schreibt, (2):

Neben den Materialien bietet die GMK noch viele weitere Dienste an, die auf der Homepage einsehbar sind. Die Mitgliedschaft in der GMK kostet für Privatpersonen ohne Ermäßigung 70 Euro pro Jahr und ist insbesondere für Lehrer, Eltern und Erzieher empfehlenswert.

Tolle Sache. Erstens, lieber Martin, hört sich das echt nach Werbung an und zweitens darf man auch durchaus kritisch anmerken, dass sich die Gesellschaft für Medienpädagogik (GMK) der Aufgabe verschrieben hat (3):

Die GMK fördert neue Ideen und Projekte zu Medienpädagogik und Kommunikationskultur.

Dann aber sollte dort doch eine Rubrik doppelt so dick, wie alle anderen sein: Download!

Nicht so bei der GMK. Auf deren Seite fehlt sie ganz. Dafür gibt es den Shop der Site unter dem Link “Materialien”. Und den beschreibt der Martin in seinem eben erwähnten Artikel.

Insgesamt findet eine öffentlich relevante Diskussion um die Weiterentwicklung der Kinderseitenlandschaft wenn überhaupt dann in Einzelkämpfermanier statt. Kaum Austausch, kaum neues Gedankengut, wenig Feedback der Betroffenen, der Mache und der Eltern. Viele Experten, wenig Konkretes. Genug gejammert den Eines gibt es öfter:

Seminare und Symposien zum Thema.

Ich bin beim 11. Thüringer Mediensymposium in Erfurt (4) mit dabei und werde aufmerksam zuhören, was im Land des KiKa gesagt wird. Zum Zuhören ist jede Menge Gelegenheit. Denn dort ist die Creme de la Creme der Kinderseitenlandschaft vertreten. Vom 5. bis 6. Oktober beschäftigt man sich in Erfurt unter anderem mit dem Problem:

Endlich ist sie da, die Interaktivität. Doch für viele Anbieter ist sie nicht nur eine Chance, sondern auch ein Problem. Schon heute erwarten die Nutzer, dass sie jederzeit mit ihren Medien in Kontakt treten, Fragen stellen, Anregungen geben und Mitgestalten können. Für die Zielgruppe Kinder gilt dies in besonderer Weise. Die Anbieter trifft hier eine ganz neue, besondere Verantwortung.

Leider wendet sich diese Veranstaltung wieder nur an die vermeintlichen Profis und lässt die Macher tausender kleiner Seiten außen vor, aber Vorsicht: long Tail lässt grüßen.

Links zum Thema:

(1) http://medienmami.uni-ulm.de/2006/06/15/hinter-den-kulissen-bei-geolino/

(2) http://medienmami.uni-ulm.de/2006/09/28/broschuren-zur-medienpadagogik/

(3)

(4) http://www.thueringen.de/de/mediensymposium/