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Ich gebe es zu: Ablage war für mich schon immer ein Horror. Das hat sich auch am PC nicht geändert. Wer viel am PC arbeitet, muss auch viele Dateien verwalten und das nervt. Dass ich damit nicht allein bin, nützt mir nix. Nutzen bringt vielleicht ein neues Tool, das derzeit in der Entwicklungsphase ist.

‘Tag2find’ nutzt eine Methode, die sich im Internet bewährt hat: Tagging.
Seit ich das neue Layout verwende, kann selbst ich eine ‘Tagwolke‘ in meine Sidebar einfügen. Die Formatierung macht mir Anfangs noch ein paar Probleme – aber das kommt schon noch. So wie ‘ortsfremde’ Leser in den von mir häufig genutzten Schlagwörtern auf meiner Homepage etwas finden können, such in demnächst vielleicht auf meinem eigenen Dateisystem.

Der Benutzer von Tag2find weist Dokumenten auf der heimischen Festplatte eine beliebige Menge von Schlagwörtern zu. Dabei kann er während der Verschlagwortung auf bereits benutzte Schlagwörter zurückgreifen. Diese Schlagwörter lassen sich mit dem gleichen Programm wiederfinden, was die Suche nach einer bestimmten Datei erheblich vereinfachen kann.


Das Taggen:
Tagging ist ganz groß in Mode – zumindest bei den Protagonisten des Web2.0

Der Eine sieht im Taggen eine neue Form der Navigation, andere betrachten die Methode als willkommene Gelegenheit, dem Besucher das Finden bestimmter Inhalte leichter zu machen machen sich selbst ein Bild von den Erwartungen des Besuchers (was ich mindestens so spannend finde – wie geht das??).

So sind auch die ‘verbundenen Artikel’, die im Anschluss an diesen Beitrag zu finden sind, eine logische Verknüpfung der Schlagwörter, die ich als Autor diesem Beitrag und den unter ‘verbundene Artikel’ aufgeführten Beiträgen zugewiesen habe.

Ganz neu ist es nicht, das Tagging auch für den Offline-Bereich zu verwenden – allerdings sind die entsprechende Adaptionen recht unbekannt.

Das Problem:
Bislang hatte der Windowsbenutzer bei der Ablage nur die Möglichkeit, durch geschickte Wahl von Namen und Ordnerstruktur etwas Ordnung in die Kryptik der Dateien zu bekommen.

Im Arbeitsalltag muss ein hoher Aufwand betrieben werden, um einen Top-Down definierten Standart zu halten. Wenn keine eigene Software zur Dokumentenverwaltung eingesetzt wird, regiert wie auf den meisten privaten PC’s schnell das Chaos (nehme ich jetzt mal zur eigenen Ehrenrettung an…) Bei mir wird es dann heikelig, wenn ich über längere Zeit in vielen verschiedenen Projekten viele Dokumente entstehen, es Querverbindungen gibt und die Zeit drängt. Effizientes Arbeiten leidet darunter.

Die Idee:
Die Idee, das windowseigene Dateisystem um eine zusätzliche Datenbank zu erweitern, kam mir auch schon mal (nur wie tun?). Die Datenbank nimmt die grundlegenden Informationen zur Datei auf und erweitert sie um Schlagwörter, die der User dem Dokument zuweist.

Anschließend kann ich die Dateien wie bisher finden oder ich suche nach Stichworten, die im Zusammenhang mit dem Inhalt stehen könnten. Tagging offline.

Tag2find ist aber nichts für schwache Nerven: Die Anbieter befinden sich derzeit noch in der technischen Entwicklung und nutzen die Benutzer als Fehlerjäger. Man weiß also nicht, welche Probleme man sich da auf die Festplatte zieht. Aber mit etwas Mut zum Risiko kommt man früher ans Ziel.

Um das Tool nutzen zu können, muss man sich vorher die aktuelle Windows.net (kostenlos von der Website MS).

Ich habe das Tool heute vormittag installiert und bin bislang angetan. Es ist nicht gerade ein Systembeschleuniger aber ich hoffe, es spart Recherchezeit beim Durchsuchen der Ablage.

Einen lohnenswerten Artikel gibt es bei Techrunch.com – allerdings in englischer Sprache.

Wie so häufig in Blogs lohnt es sich besonders, die Kommentare zu lesen – (in diesem Fall von unten nach oben!)

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One Comment

  • Hm, für mich ist Tagging ein zweischneidiges Schwert, wie ich ja hier schon mal geschrieben habe (Stichwort: Tagging 3.0). Das Problem ist, dass man zu viele Tags hat auch auch bei Vorschlägen des Tools sich nicht immer an alle erinnert, die man zu einem bestimmten Thema vergeben hat. Darum findet der Suchende dann auch nicht alle Artikel zu dem betreffenden Thema (Tag).

    Mich erinnert das an ein Ablagesystem, wie hieß es noch, für Büros: Ach ja: die Löhn-Methode. Jede Ablagemappe erhält drei Stichworte, die ihren Inhalt beschreiben, sowie eine Nummer. Die Mappen werden nach Nummern sortiert in Schränke eingeordnet, dazu hat man eine Liste, in der die Mappen nach Stichwort 1, Stichwort 2 oder Stichwort 3 sortiert sind. Hinter dem jeweils ersten Stichwort findet man dann die anderen beiden Stichworte sowie die Mappennummer, mit der man die Mappe im Schrank findet. Eine geniale Lösung für das Problem, dass es mehrere ganz unterschiedliche Schlagwörter für ein und dieselbe Sache geben kann.

    Das finde ich, müsste man aufs Tagging übertragen, wenn man ein Schlagwortgrab vermeiden will.

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