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Nun wohnt sie schon fast vier Wochen lang in Dannenberg: meine Oma/Bielefeld.

Da bietet es sich doch an, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen, oder? Zunächst die Fakten:

  • Oma’s Zuhause ist von 142qm (Bielefeld) auf 72qm (Dannenberg) geschrumpft.
  • 56 Umzugskartons wurden mit auf die Reise genommen und inzwischen ausgepackt.
  • 4 Umzugsmänner waren mit dem Ab- und Aufbau des Mobiliars beschäftigt. 
  • 2.000 € hat der Umzug mit den Bielefeldern gekostet.
  • 42 Bilder, Sammelteller und ähnliche Kulturdevotionalien wurde inzwischen auf 13 Wände verteilt.
  • Karen, Brian und ich waren bummelig 20 Stunden mit dem Aus- und Einräumen beschäftig, eine Woche Urlaub ist gut kalkuliert gewesen.

Soweit so gut. 

Eigentlich hat alles prima geklappt, seit Donnerstag ist Oma auch offiziell Dannenbergerin und der Altersdurchschnitt von Lüchow-Dannenberg ist wieder etwas angehoben worden. Allerdings auch das verfügbare Einkommen und damit kommen wir gleich zum Wichtigsten:

Allein einkaufen gehen

Nachdem Oma ein viertel Jahr in Bielefeld auf ihrem Berg saß, genießt sie die Freiheit, wieder selbst einkaufen gehen zu können. Ihren täglichen Bedarf stillt sie bei Famila – vom Rest der Innenstadt trennt sie das Kopfsteinpflaster der Langen Straße. Ich werde jedem der es hören will (oder nicht) ans Herz legen, sich über diese Barriere zu beschweren. Adressat: Die Stadtverwaltung. Am Besten bei Ursula Fallap anklingeln. Das ist nämlich eine Frage des Marketings von Zielgruppen und so etwas… jaja.

Sie hat die Haare schön

Der Friseurbesuch kostet in Dannenberg 6€ mehr als in Bielefeld. Aber dass diese jungen Mädchen (“sehr hübsch, sehr hübsch”) keine Ahnung vom Lockendrehen haben, wurde mir über sage und schreibe zwei Stunden verbildlicht. Erst als ich nachdrücklich auf meinen spärlichen Maschinenschnitt hingewies, hat sie innegehalten und meiner Frau ihr Leid geklagt.

Super Blutwerte

Wer mehr als 80 Lenze zählt, verbringt einen erheblichen Teil seiner Zeit in Wartezimmern. Meistens denen von Ärzten. Weil der neue Hausarzt etwas außerhalb im Wohngebiet seine Praxis betreibt (es gibt auch ein Ärztehaus in der Innenstadt – aber er macht Hausbesuche…!!) waren wir beim Antrittsbesuch mit dabei und haben Händchen gehalten. Das war ne gute Idee, denn Oma hörte ziemlich schlecht. Bis auf die Arthrose in den Knien und den hohen Blutdruck geht es Oma prima. Sagen zumindest die Blutwerte – was die sagen, glaubt man natürlich als Enkel.

Neue Töne

Omas Schwerhörigkeit ist wohl das größte Problem, das eine Eingewöhnung in der neuen Stadt erschwert. Darum haben wir erst einmal einen Termin mit dem Hörgeräte-Akustiker und Oma vereinbart. Offenbar hat sie auf dem linken Ohr trotz sauteurem Hörgerät nie was gehört. Was einfach daran lag, dass das Gerät in Bielefeld nie richtig eingestellt wurde. Sauerei – jedenfalls ist es jetzt alles wieder gut. Omas linkes Ohr wurde um +3db geboostet und jetzt hört sie endlich auch den Verkehr, der an ihrem Schlafzimmerfenster vorbeirauscht (über Kopfsteinpflaster!).

Nette Menschen 

In Summe ist Oma jedenfalls schwer zufrieden. Am meisten staunt sie über die netten Menschen hier (“alle, wirklich alle sehr aufmerksam”). 

Na Oma, siehste :-)

 

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One Comment

  • Hi Olaf,,
    bin jetzt wieder in Berlin und habe gerade meine Unterrichtsvorbereitungen und die Analyse von zwei Tests auf Lernbehinderung fertig. Da das Kind n i c h t lernbehindert ist, brauche ich k e i n Gutachten zu schreiben und hatte T´Zeit auf deine Webseite zu gehen. Finde ich total gut und irgentwie auch total komisch, dass ich das erst erfahren, wenn ich nicht mehr da bin… Die neue Zeit scheint das Einrichten derartiger Kommunikationsmöglichkeiten bitter notwendig zu machen.

    Liebe Grüße Dagmar

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