Ich kann mich noch an Zeiten erinnern da war es undenkbar, dass deutsche Soldaten außerhalb der Landesverteidigung eingesetzt wurden.

Dieser Friede währte 40 Jahre lang. Damals – alte Leute wissen es noch – wurde zur Osterzeit für den Frieden auf der Welt demonstriert und hunderttausende gingen mit.

Was ist inzwischen nicht alles geschehen.

Wir haben deutsche Soldaten in Jugoslavien stationiert, wir werden am Hindukusch verteidigt, deutschen Wirtschaftsinteressen mit Waffengewalt am Horn von Afrika der Seeweg freigehalten und der deutsche Außenminister entschuldigt den Umstand, dass die Luftwaffe nicht in Libyen die Luftabwehr eines durchgeknallten Diktators platt macht.
Damit nicht genug. Viele meiner digitalen Kontakte sind geradezu empört, dass Deutschland keinen Wüstenfuchs schicken will, um die Beduinen zu befrieden.

Wie nebenbei wird die Wehrpflicht abgeschafft und ohne Plan und Diskussion machen wir uns an die Verkleinerung der Armee auf ein Maß, das … ja was eigentlich? Wer hat eigentlich festgelegt, wieviele Deutsche in Uniform auf Befehl töten dürfen oder müssen, geschweige denn wen sie töten sollen.

Damals, in der guten alten Zeit, schoss man noch auf seine Nachbarn. Jetzt, da wir das Reihenhaus Europa ausgerufen haben, kommt das nicht mehr so gut an. Muss man sich halt ein anderes Ziel suchen – aber welches? Den Terror? Blödsinn, eine Armee kann gegen Soldaten kämpfen, gegen Terroristen hilft die Polizei. Menschenrechtsverletzer? … Ich denke kaum!

Wie kommt man eigentlich auf die Sollstärke einer Armee, deren Aufgaben inzwischen genauso schwammig definiert sind, wie die Sicherheitsbestimmungen deutscher Kernkraftwerke. Wenn tagesaktuell entschieden wird was wir als Landesverteidigung bezeichnen, muss man da nicht auch Ausrüstung und Mannstärke der Armee kurzfristig auf- und abschwellen können? Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, die Bundeswehr ganz aufzulösen und abzuwarten was passiert!?

Ich wäre sehr dafür, eine ausgiebige Debatte über den Sinn und Unsinn von militärischen Kapazitäten zu führen – aber wer macht mit?

...