Jahrhunderthochwasser? Hab ich schon gehabt!

Seit 2002 kommt das regelmäßig von Süden hier nach Lüchow Dannenberg. Zwar wurden in den vergangenen Jahren links und rechts der Elbe die Deiche ein wenig höher, ein bischen moderner und trotzdem: Wenn es mal wieder kommt, bleibt kein Stein auf dem anderen und kein Fuß trocken.

Die Spundwände entlang der Wehranlage in Hitzacker werden wohl nicht ausreichen, munkeln die Auguren und wenn man den Leuten zuhört werden Erinnerungen wiedergekäut. Geschichten von dem Bungalow-Besitzer, der das gesamt Haus räumte und von den roten Fahnen im Deich, unter denen das Wasser in Richtung Siedlung quoll.

Früher war Hochwasser Teil des Jahresablaufs. Es kam zweimal und jeder wusste, wo er besser nicht baut. Seit die Jeetzel eingedeicht und ihres natürlichen Verlaufs beraubt wurde, reiht sich Haus an Haus in den ehemaligen Flutgebieten. Lange Jahre blieb es ruhig, dank der neuen Deiche im Westen und eines wohlwollenden Petrus. Die Erbauer sind längst alt geworden und weggezogen, haben die Immobilien an neue Eigentümer übergeben und – wen wundert es – bezüglich des Wassers geschwiegen.

Wir wissen zum Glück, dass das Wasser früher immer von zwei Seiten an unser Haus herankam, es aber nie im Wasser stand. Die Keller, okay, die liefen Jahr für Jahr voll – das war aber alles. An Tagen wie diesen überlege ich, dass es vielleicht eine gute Idee war, die Heizung dort unten zu installieren, vielleicht geht aber auch dieses Mal alles gut!

Was bleibt ist das bange Warten auf den Scheitelpunkt der Welle und auf das nächste Jahrhunderthochwasser.

Es wird kommen.

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