Mein Verhältnis zu meiner Lokalzeitung ist bekanntermaßen etwas zwiegespalten. Ich halte eine unabhängige Lokalredaktion für das wichtigste Presseorgan überhaupt und stehe damit beileibe nicht allein. Dass viele Themen aus meiner Sicht zu oberflächlich oder gar nicht angefasst werden, gehört mit zum Spiel – und meine Wahrnehmung ist selbstverständlich so subjektiv wie sonst nur das Wespennest.

Aber in diesem Falle möchte ich Jens Feuerriegel ein dickes Lob aussprechen für einen wirklich spannenden Artikel über nicht erstellte Jahresabschlüsse in der SG Elbtalaue und deren Gliederungen. In ungewöhnlicher Schärfe wird SG-Bürgermeister Meyer in diesem Artikel eine Schlüsselrolle zugewiesen. Welche Reaktionen mag wohl der Schluss des Artikels in der Abschlusskonferenz hervorgerufen haben?

Jürgen Meyer wollte eigentlich noch einmal kandidieren. . .

Ob der Autor wohl ein “Das kannst Du so nicht stehen lassen!” zu hören bekam?

Der Artikel dürfte an diesem Freitag in einigen Behörden für hektisches Aktenschieben sorgen. Unsere Verwaltungseinheiten neigen nach meiner Meinung dazu, sich selbst soweit und soviel zu kontrollieren, dass Verantwortung bei Bedarf nach unten (die Regel) oder oben (bei Bedarf) verschoben werden kann.

Die Rolle der Aufsichtsgremien aus Politik und Verwaltung könnte durchaus für aufschlussreiche Weiterdrehen taugen. Immerhin ist die Einführung der Doppik auch ein Politikum gewesen, über deren Konsequenzen (Bilanzierung) sich alle Beteiligten hätten klar sein müssen.

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