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So einfach sich das mit der Familie und den mehreren Generationen immer anhört: Es kommt das Alter in dem ich erstaunt feststelle, dass es mehrere Sorten Stress mit der Meschpoke gibt. Stress, den das Familienleben von vier Generationen im Kreislauf der Verantwortlichkeiten immer und jeder Zeit mit sich brachte, verändert sich horizontal.
Kaum ist der Kleine mit fünf Jahren soweit, dass die Schulfragen am Horizont aufploppen, macht man sich wieder mehr Gedanken um die Urgroßmutter des Jungen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass ich von Oma schreibe – aber es nähert sich dem Finale, wenn ich das hier mal so öffentlich sagen darf. Wer die ersten Akte verfolgen möchte, dem sei der Oma-Tag ans Herz gelegt. Da steht, wie ich zu Oma gekommen bin.

Seit einigen Wochen geht es Oma schlechter. Sie kommt in Ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, könnte man sagen. Aber das ist bei näherer Betrachtung eine sehr subjektive Feststellung. Man könnte gleiches innerhalb einer Woche aus meiner Wohnsituation ableiten, wäre ich nicht mit einer sehr fürsorglichen Ehefrau gesegnet. (Allerdings wäre es bei Oma niemals unordentlich, wie bei mir!)

Ich würde mich trotzdem dagegen verwahren, von meiner Verwandtschaft in ein betreutes Wohnen gesteckt zu werden. Nun ist Oma gestürzt und kann sich für einige Wochen in ihrer Wohnung nicht alleine aufhalten – Oma wird zur Immobilie in ihrer Mietwohnung über dem Mehrgenerationenhaus.

Ihren Rolator kann sie wegen einer frisch operierten, gebrochenen Schulter nicht benutzen. Solange sie keine neuen Medikamente gegen die Schmerzen in ihren alten Knien bekommt, kann sie nicht einmal sitzend auf dem Rolator von der Küche ins Schlaf- oder Wohnzimmer schlurren.

Meine Frau und ich haben uns vor längerer Zeit über einen Fall in der Nachbarschaft echauffiert. Kurz nach einem Krankenhausaufenthalt wurde damals der Wohnungsstand aufgelöst, das Haus von der Folgegeneration verkauft. Zu sagen hatte das Alter nix mehr – und stehen nun vor ähnlichen Optionen. Nicht schön.

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