Alle Artikel in: Lüchow-Dannenberg

Wer das Wendland kennt, wird es lieben oder hassen. Dazwischen ist wenig möglich. In Lüchow-Dannenberg kann mal vieles sehr gut und manches gar nicht. Aber Leben geht hier wunderbar.

Feuerwerk zum Schützenfest 2017

Tradition ist ein großes Wort. Schützenfeste sind definitiv mit diesem Wort eng verbunden. Und wenn für mich persönlich etwas mit dem Schützenfest verbunden ist, dann das Feuerwerk in Lüchow. Ich habe vergessen wann meine Eltern mich das erste Mal mit zum Schützenplatz genommen haben, um das Feuerwerk anzusehen. Ich weiß nur, dass es mich schwer beeindruckt hatte. Umzugsbedingt bin ich nun das erste Mal seit Jahren Gast beim Feuerwerk. Mit dabei: mein 7-jähriger Sohn. Und ja – es hat uns schwer beeindruckt.

… und Tschüss 

2016 ist Geschichte… endlich! Es gibt Jahre, die braucht kein Mensch. So viele Todesfälle wie 2016 gab es – im persönlichen Umfeld – bei mir jedenfalls noch nie. Und auch sonst lief nicht alles so rund. Ein Jahr zum Weglaufen. Dazu passt der Silvesterlauf in Lüchow doch eigentlich ganz gut. Im Schnelldurchlauf sozusagen, weil es besser ist.

Matsch Platsch!

Man mag von Hard-Rock halten was man mag, Hard-Rock ist mehr als nur das Gegenteil von Flanell-Höschen: Riecht besser, styled anders und klingen in jedem Fall männlicher. Dass das sogar im Nordkreis mit einigem Niveau geht, zeigt Mud studded. Hauptsache es macht Spaß? Von mir aus darf gerne mehr draus werden! Ist jetzt vor allem ne Frage der richtigen Motivation. Hoffen wir mal, dass die erste Platte richtig performed. Dann leert sich die Spaßflasche auch nicht so schnell.  

Heimat

Zugegeben: Ich komme nicht mehr oft dazu, neue Fundstücke und Ideen im Wespennest zu hinterlegen. Das hat vor allem private Gründe und wer mich persönlich kennt, weiß es einzuordnen. Ein Grund ist aber auch, dass ich arbeitstechnisch wieder im Landkreis verortet bin. Wer sich auf ein solches Netz-Projekt einlässt, hat wenig Energie übrig, um das eigene Heimat-Projekt am Laufen zu halten. Das gilt umso mehr, als ich den Mund gegenüber meiner Heimat-Zeitung ja immer recht voll genommen habe. Allerdings soll das Wespennest auch weiterhin eine persönliche Timeline mit Fundstücken aus dem Wendland und der Netzwelt bleiben. In diesem Sinne auch der folgende Beitrag von Dirk, dessen YouTube-Kanal ich allen Lesern wärmstens an Herz legen möchte.

Der Ernst des Lebens… #wtf

Es gibt so Sprüche, die ziehen sich wie ein roter Faden von der Wiege bis zur Bahre. Der mit dem Ernst des Lebens ist so einer. Er wird gern verwendet zum ersten Schultag des Nachwuchses, nicht selten als hoffnungsvoller Appell, dass nun (endlich) die gesetzten Erwartungshaltungen erfüllt werden mögen.  Ich für meinen Teil war irgendwann überzeugt, ich könnte gut und gern diese Art Hinweise in den Wind schlagen und die nächsten Gelegenheit abpassen: Kindergarten, Schule, Ausbildung, Wehrdienst, Studium, Job, Ehe, etc., blabla. Der Ernst des Lebens wird so inflationär angekündigt, dass dabei eines zu kurz kommt: das Verngnügen zu leben.

Tschüss, Omi Bansemer

“Seniorenresidenz *beep… spreche ich mit dem Enkel von Frau *beep?” “ja, was ist denn passiert!?” “der Notarzt ruft gleich zurück” — DieWespe (@DieWespe) July 15, 2016 Der gestrige Anruf war nicht der erste seiner Art – aber es sollte das letzte Mal sein. Meiner Großmutter hat es heute Morgen gefallen, diese Welt zu verlassen. Jetzt sitze ich also hier und bereite mich auf das Schließen dieser Rubrik vor. Auch wenn deren Ende naturgemäß von vornherein feststand, die Entwicklung ist ganz anders verlaufen, als ich es mir bei der Eröffnung vorstellte. Was bleibt? Die Erkenntnis, „Alte Bäume sind schwer zu verpflanzen“ und man hat mit der Mischpoke mitunter so seine Schwierigkeiten, mit denen man vorher nicht rechnen konnte. Sie war mit ihrer sturen Verschlossenheit nicht immer einfach zu nehmen. Ich schiebe es auf die westfälischen Wurzeln und weise jede Familienähnlichkeit vehement von mir. Nun wird getan, was getan werden muss (nur falls ich etwas vergesse): Familienstammbuch Krankenkassenkarte Rentenbescheid Sterbeurkunde von Opa raussuchen und an das Beerdigungsinstitut geben (vorher Termin machen). Familie informieren Adressdaten der Bielefelder Bekannten …

Come on, folks! Irish Folk im Seven Others Pub

Es gibt sie, diese textsicheren Gäste, die während der Setpausen ein Lied auch einmal selbst intonieren. Damit das geschehen kann, muss Altbekanntes dargeboten wird. Geht es um Musik ist alt und bekannt, altbekannter Mainstream. Und der ist nicht per se langweilig; das wurde mir am Sonnabend klar. Okay, so richtig mainstreamig sind die Dubliners nicht und deren Repertoire dominierte das Konzert im Dannenberger Pub am Sonnabend. Das Hamburger Duo Irish Pub Rover spielte am Sonnabend im Pub vor vollbesetzten, textsicheren Haus. Auch wenn der Blick aufs Publikum von Gegenlicht und Rauchschwaden behindert gewesen sein dürfte – die Stimmung war nicht zu überhören. Ich gehöre der aussterbenden Art der Raucher an und bekenne mich hier und da zu diesem Laster. Ich freue mich immer noch, wenn ich in einer Kneipe rauchen darf.  Im Seven Others Pub darf geraucht werden – auch während der hin und wieder stattfindenden Livekonzerte. Das mag einige vom Besuch abhalten, mich zieht es an. Anbei einige Impressionen zum Durchklicken. [ratings]

Schaufensterbummel in der Stadt

Wenn die Augen der Spiegel der Seele sein können, sind die Fenster die Augen eines Hauses. Schaufenster aber wären die Augen einer Stadt. Meine Eltern hatten ein Geschäft in der Lüchower Innenstadt. Das Dekorieren eines Fensters habe ich als aufregende Angelegenheit in meinen Kindheitserinnerungen behalten. Es wurden Geschichten erzählt und Wünsche geweckt. Heute bestimmen zentral gesteuerte Kampagnen-Maßnahmen das urbane Storytelling. Das Prozentzeichen ersetzt den Wunsch und die Persönlichkeit einer Stadt beschränkt sich auf Platzhalter. Der schnarchende Weihnachtsmann im Modeausstatter, die H0-Spur-Eisenbahn die durch Handauflegen gestartet werden konnte, Bücherwelten in Urlaubslandschaften und – natürlich – bunte Bonbons in Gläsern: Kleinstadtschaufenster sagen mehr über eine Stadt und ihre Bewohner aus, als es eine PR-Aktion des Stadtmarketing könnte. Wer, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit, aus einem Weg durch die Innenstadt einen Schaufensterbummel macht, bekommt Einblicke, die über das Warenangebot hinausgehen.