Alle Artikel in: Oma in Dannenberg

Genealogie – der öffentliche Teil: Meine Großmutter aus Bielefeld verbringt ihre letzten Jahre bei Enkel und Urenkel. Ein Abenteuer in Sachen Familie im familiären Wendland.

Tschüss, Omi Bansemer

“Seniorenresidenz *beep… spreche ich mit dem Enkel von Frau *beep?” “ja, was ist denn passiert!?” “der Notarzt ruft gleich zurück” — DieWespe (@DieWespe) July 15, 2016 Der gestrige Anruf war nicht der erste seiner Art – aber es sollte das letzte Mal sein. Meiner Großmutter hat es heute Morgen gefallen, diese Welt zu verlassen. Jetzt sitze ich also hier und bereite mich auf das Schließen dieser Rubrik vor. Auch wenn deren Ende naturgemäß von vornherein feststand, die Entwicklung ist ganz anders verlaufen, als ich es mir bei der Eröffnung vorstellte. Was bleibt? Die Erkenntnis, „Alte Bäume sind schwer zu verpflanzen“ und man hat mit der Mischpoke mitunter so seine Schwierigkeiten, mit denen man vorher nicht rechnen konnte. Sie war mit ihrer sturen Verschlossenheit nicht immer einfach zu nehmen. Ich schiebe es auf die westfälischen Wurzeln und weise jede Familienähnlichkeit vehement von mir. Nun wird getan, was getan werden muss (nur falls ich etwas vergesse): Familienstammbuch Krankenkassenkarte Rentenbescheid Sterbeurkunde von Opa raussuchen und an das Beerdigungsinstitut geben (vorher Termin machen). Familie informieren Adressdaten der Bielefelder Bekannten …

Endzeitstimmung

So einfach sich das mit der Familie und den mehreren Generationen immer anhört: Es kommt das Alter in dem ich erstaunt feststelle, dass es mehrere Sorten Stress mit der Meschpoke gibt. Stress, den das Familienleben von vier Generationen im Kreislauf der Verantwortlichkeiten immer und jeder Zeit mit sich brachte, verändert sich horizontal. Kaum ist der Kleine mit fünf Jahren soweit, dass die Schulfragen am Horizont aufploppen, macht man sich wieder mehr Gedanken um die Urgroßmutter des Jungen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich von Oma schreibe – aber es nähert sich dem Finale, wenn ich das hier mal so öffentlich sagen darf. Wer die ersten Akte verfolgen möchte, dem sei der Oma-Tag ans Herz gelegt. Da steht, wie ich zu Oma gekommen bin. Seit einigen Wochen geht es Oma schlechter. Sie kommt in Ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, könnte man sagen. Aber das ist bei näherer Betrachtung eine sehr subjektive Feststellung. Man könnte gleiches innerhalb einer Woche aus meiner Wohnsituation ableiten, wäre ich nicht mit einer sehr fürsorglichen Ehefrau gesegnet. (Allerdings wäre es bei Oma …

Das Senioreninternet wird greifbar

Das Internet ist das Internet. Es gibt kein Kinderinternet und natürlich wird es auch kein Senioreninternet geben. Die Senioren sind als „Zielgruppe“ bis heute außen vor. Der Blutdruckmesser mit Datenverbindung in die Artzpraxis ist ja praktisch, aber sexy? Eher nicht. Plattformen haben es bisher nicht verstanden, die vielbeschworenen Silversurfer mit einem für sie sinnvollen Service zu binden und zwar so sehr, dass ein „Haben-Wollen“-Effekt entsteht.

4 Wochen Dannenberg – Was Oma auffällt

Nun wohnt sie schon fast vier Wochen lang in Dannenberg: meine Oma/Bielefeld. Da bietet es sich doch an, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen, oder? Zunächst die Fakten: Oma’s Zuhause ist von 142qm (Bielefeld) auf 72qm (Dannenberg) geschrumpft. 56 Umzugskartons wurden mit auf die Reise genommen und inzwischen ausgepackt. 4 Umzugsmänner waren mit dem Ab- und Aufbau des Mobiliars beschäftigt.  2.000 € hat der Umzug mit den Bielefeldern gekostet. 42 Bilder, Sammelteller und ähnliche Kulturdevotionalien wurde inzwischen auf 13 Wände verteilt. Karen, Brian und ich waren bummelig 20 Stunden mit dem Aus- und Einräumen beschäftig, eine Woche Urlaub ist gut kalkuliert gewesen. Soweit so gut.  Eigentlich hat alles prima geklappt, seit Donnerstag ist Oma auch offiziell Dannenbergerin und der Altersdurchschnitt von Lüchow-Dannenberg ist wieder etwas angehoben worden. Allerdings auch das verfügbare Einkommen und damit kommen wir gleich zum Wichtigsten:

Wir machen den Weg frei. . . von wegen.

Oma ist Volksbank-Kundin. Seit 35 Jahren ist sie mit ihrem Konto und mit Einlagen bei der VoBa in Bielefeld. Dass sie einmal umzugsbedingt einen Kontowechsel vornehmen müsste, damit hat Oma wohl nie gerechnet. „Wie soll man das nur alles alleine machen“, fragt sie mich. Ich für meinen Teil hätte nie damit gerechnet, dass trotz EDV ein Umzug so kompliziert ist:  Mehr als 1,5 Stunden haben wir in den Geschäftsräumen der Dannenberger Voba zugebracht. Vier Unterschriften später wird das neue Konto in 8 Tagen „scharf“ geschaltet. Bis dahin muss Oma mit den Barreserven leben…. und dass, obwohl wir sechs Wochen vorher nachgefragt haben wie man es wohl am sinnigsten macht.  Die Auskunft damals: „Das machen wir am besten von hier aus und das geht ganz schnell. Von wegen! 

Oma ist da

Dannenberg kann sich über einen Neubüger freuen: meine Oma. Nachdem sie 35 Jahre lang in ihrem Reihenhäuschen in Bielefeld (doch, es gibt Bielefeld tatsächlich) gewohnt hatte, zog sie gestern in ihre neue, seniorengerechte Wohnung in der Innenstadt ein. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Dank von hier aus an das Umzugsunternehmen Krichler – die Zusammenarbeit hat prima geklappt. Dank auch an Andreas Toeffs und seine Frau, die sich während der vergangenen sechs Jahre um Oma gekümmert hatten. Dank an alle ehemaligen Nachbarn und seid versichert: Die neue Wohnung ist schön geworden und Oma fand sie gestern nach der ersten „In-Augenschein-Nahme“ ganz toll. Dank auch an Kirsten und meinen Vater, die Oma während der heiße Phase zu sich nahmen. Nun haben wir „nur“ noch 20 Umzugskartons in die Schränke und Kommoden zu verteilen – aber das hat noch einige Tage Zeit. Hinter uns liegen anstrengende Tage: Fahrt nach Bielefeld, vorbereiten des Umzugs, räumen des Reihenhauses (es wird vom Vermieter jetzt verkauft), Fahrt zurück nach Dannenberg, Einräumen der neuen Wohnung…  Wir sind alle ziemlich fertig. Eine kleine …