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Voll in die Eisen

Die Bundesnotbremse war in Lüchow-Dannenberg bisher noch nie auch nur annähernd ein Thema.

Das lag einfach daran, dass unsere Inzidenzzahlen in der Regel deutlich und einmal hauchdünn unterhalb der 100er Marke lagen. Das ist vorbei.

Gestern, heute und morgen werden wir die 100 reißen. Drei Tage hintereinander also.

Weil die Zeitverzögerung bei Inzidenzen eingebaut ist, wird sich der Wert von 119 während der nächsten drei Tage halten, selbst wenn nicht ein einziger Fall dazu käme.
(Mehr zur Berechnung von Inzidenzen hatte ich hier mal aufschrieben)

Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, nach einem Impftermin fragen.

Rekord in Lüchow-Dannenberg

Mal wieder eine Rekordnachricht aus dem Landkreis: Während die Zahl der Mutationen von Montag auf Dienstag auf Schlag von 27 diagnostizierten Fällen auf 0 abstürzte, haben wir wieder in Lüchow-Dannenberg eine rasant steigende Zahl an Neuinfektionen. 21 neue Fälle in drei Tagen ist per se nix ungewöhnliches. Das deutet auf einen aktiven Cluster hin – aber die Zahl der unter Quarantäne stehenden Mitbürger war noch nie so hoch wie heute. Für jeden, der vor kurzem seine Isolationsaufforderung bekommen hat – Du bist nicht allein.

340 Leute unter Hausarrest – mehr waren es noch nie. Nicht mal am November, als 323 Menschen wegen zu engem Kontakt in Isolation geschickt wurden (hier zur Grafik). Ob das den Wünschen der Wirtschaft in die Hände spielt, überlasse ich jetzt mal den Experten in Hannover und Berlin aus Politik und Lobbyverband.

Recht erfreulich ist, dass die Zahl der Neuimpfungen wieder anzieht, nachdem in der vergangenen Woche die Dynamik irgendwie unterbrochen wurde.

Unerfreulich, das alles. Wieder einmal. #NoCovid!

Bleibt zuhause, wascht Euch die Hände, haltet Abstand und tragt die bescheuerte Maske.

Indien versinkt

Was dort in Indien passiert, bricht mir das Herz und wirkt auf mich wie das heraufziehende Armageddon. Die Infektionszahlen explodieren dort und nicht die Betten sind das Problem in Dehlis Krankenhäusern – es ist der fehlende Sauerstoff.

Selbst in den reichen Privatkliniken für die reichen Inder geht der Sauerstoff zur neige und egal welcher Kaste die Familie zugehörig ist: das große Sterben macht keine Unterschiede.

Bedrückend sind die Tweet von Dr. Eric Ding. Er hat sich seit Beginn der Pandemie in meiner Twittertimeline als vertrauenswürdiger early-Adopter von neuen Studien und Trends erwiesen und lag dabei meist richtig. Für Indien fällt auf: Die Regierung vertuscht, verharmlost und lenkt ab wo immer sie kann.

Offenbare Ungleichverteilung

Die diskrete Gleichverteilung ist eine spezielle Wahrscheinlichkeitsverteilung in der Stochastik. Eine diskrete ZufallsvariableX mit endlich vielen Ausprägungenx_1, \dotsc, x_n hat eine diskrete Gleichverteilung, wenn die Wahrscheinlichkeit für jede ihrer Ausprägungen gleich ist. Es gilt dann P(X=x_{i})={\tfrac  {1}{n}} für i\in \{1,\dotsc ,n\}. Die diskrete Gleichverteilung ist univariat und zählt, wie ihr Name sagt, zu den diskreten Wahrscheinlichkeitsverteilungen.

Wikipedia Diskrete Gleichverteilung

Nach längerer Zeit mal wieder eine interessante Website zum Thema Corona. Die hilft bei der Antwort auf die Frage: Sollen sie oder sollen sie nicht geöffnet werden, die Schulen?

https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/

Leider ist unser „Gesundheitsamtszweckverband-in-Auflösung“ nicht wirklich großzügig mit der detaillierten Kommunikation von Daten. Aber zeitverzögert kommen sie denn ja doch, dann sogar für alle Landkreise der Republik.

Für uns lautet die Zusammenfassung: Gemäß ihrem Anteil der Kreisbevölkerung führt die Altersgruppe „5 bis 14 Jahre“, bei den absoluten Zahlen der Erkrankten die Altersgruppe „35 bis 59 Jahre“.

Herzlichen Glückwunsch!

Doppelt hält besser?

Der Senior ist geimpft. Zweimal, mit dem guten Stoff – in Uelzen.

Heute kommt Post aus Lüchow. Mit einem Impftermin in der nächsten Woche. In Lüchow, in der Grundschulsporthalle. Der Senior hat abgesagt, via email.

Wir haben zu wenig Impfstoff, schon klar. Wir haben aber offenbar auch ein Problem, auf die reichlich vorhandenen Daten zuzugreifen. Der Senior hatte nach seiner Auskunft diverse Papiere in Uelzen ausgefüllt. Dass er bereits geimpft ist, wurde aber offenbar nach Lüchow nicht gemeldet.

Entweder hat in Lüchow niemand gefragt, oder das Impfzentrum in Uelzen hats niemandem in Lüchow gesagt. Das Rote Kreuz hat damit aber nix zu tun, oder?

Modell – Projekt – Verantwortlicher

Modellprojekt hört sich nicht schlecht an. Modell ist was im Kleinen funktioniert und als Handreiche für das Große dient. Projekt ist ein geplante Vorhaben mit einem definierten Weg zum Ziel und definierten Verantwortlichkeiten.

 „Das Land Niedersachsen und die niedersächsischen Kommunen planen ein Konzept, um Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Sport unter engen Rahmenbedingungen wieder öffnen zu können. Um dabei die Infektionsgefahr zu bannen, sollen insbesondere Schnelltests zum Einsatz kommen“, so Dorendorf.

EJZ, 29.03.2021

Glaubt man seinen Worten steht hier fest: Das ist eine wenig verlässliche Sache, eher ein Lufthaken …, aber hey! In Pandemiezeiten denke man gerade als zupackender Politiker nach vorne und positiv!

Es gibt bestimmt ein paar Rahmendaten, die ein Gelingen (bzw. Scheitern) des Modellprojektes definieren. Ich hätte da ein paar Vorschläge für KPIs: Belegungsquoten, Bettenauslastungen, durchgeführte Tests und positive Ergebnisse, zum Beispiel.

Zum Monitoring bieten sich die Gastronomie und die Gesundheitsbranche an – zeitgleich.

Als Mensch, der gerne Verantwortung übernimmt hat Herr Dorendorf bestimmt einen Vorschlag wie er den Samtgemeindebügermeistern Meyer und Schwedland helfen wird, falls der Modellversuch scheitert? Fragen geht zum Beispiel über Facebook.

Bildnachweis: Animation aus einem Glückwunschvideo anlässlich der Wahl von Armin Laschet zum Bundesvorsitzenden der Christlich Demokratischen Union von der oben verlinkten Facebookseite / (made by DieWespe)

Verantwortung übernommen

Die angekündigte Osterauszeit fällt aus, wegen …; ja, warum ist eigentlich auch egal. Tatsache ist, wir gehen Gründonnerstag normal zur Arbeit und kaufen anschließend für das Osterwochenende ein und fahren unsere Oma besuchen (die ist ja inzwischen hoffentlich geimpft) und verbreiten fröhlich vor uns hin.

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Impftermin

JETZT wird alles gut! JETZT ist der Brief da! JETZT hat der Senior seinen Impftermin!
JETZT heißt: morgen Mittag – also: JETZT! Es war der erste Brief seiner Art, nachdem der Senior sich bei der 0800er Nummer um einen Termin bemühte. Und:
Der Brief war eine Terminerinnerung. Man wundert sich inzwischen über nix mehr. Jedenfalls nicht über falsche Betreffzeilen. Aber auch das ist falsch. Denn die Betreffzeile war richtig, wie sich nachmittags herausstellte.

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Unvergleichbarlichkeit

Die Forderung nach Transparenz scheint irgendwie unheimlich. Wenn Transparenz gefordert wird, ist in der Regel ein Verdacht nicht weit.

In Uelzen zum Beispiel wurden 6.091 Impfdosen verarbreicht.
In Lüchow-Dannenberg waren es 2.060.

Zahlenverwirrspielerei

In Lüchow-Dannenberg haben – wie in der Grafik zu sehen ist1.364 Personen den ersten von zwei Schüssen gesetzt bekommen. Wieviele das in Uelzen sind, ist unbekannt. Aber Uelzens Landrat, Heiko Blume (CDU), gibt einen Hinweis: Am 22.02.2021 waren es 4.500.

In Lüchow-Dannenberg sind 696 Menschen „immunisiert“ (rechne: 2.060-1.364=696).
Wieviele das für Uelzen sind, geht aus den Zahlen für Uelzen nicht hervor und es scheint auch niemanden wirklich zu interessieren, denn weder in der Zeitung noch bei Google lässt sich dazu etwas Vergleichbarlichkeitiges finden (bei Facebook auch nicht, ich hab geguckt).

Das Ziel war klar. Daran darf und muss sich unsere Verwaltung messen lassen: Während der ersten 6 Wochen sollten in beiden Landkreisen zusammen 3.000 Personen mit zwei Spritzen immunisiert werden.

Wurde dieses Ziel erreicht? Lässt sich leider nicht beantworten.

Aber was soll’s?
Es gibt neue, unvergleichlichbarkeitliche Pläne:

Nun werden im Impfzentrum Uelzen künftig auf 4 Impfstraßen 1150 Impfungen/Woche vorgenommen. Das hört sich doch schon prima an, oder? Wer noch einmal nachrechnen möchte:

Verwirrspiel? Nein, das hat System!

Nun will ich bewusst nicht alle Politiker über einen Kamm scheren, aber:
Transparenz ist grundsätzlich das Gegenteil des klassischen Politikbetriebes. Es bedarf eines ausgeprägten politischen Willens sie herzustellen.
Transparenz teilt nämlich Wissen in Form von Fakten.

Zahlen sind wunderschöne Fakten. Leider gilt gleichzeitig nach wie vor: Wissen ist Macht. Politiker sind aber eher nicht geneigt, ihre Macht zu teilen.

Leider sind auch Behörden, bei denen Fakten ja in Form von Zahlen auflaufen, nicht grundsätzlich verpflichtet, Transparenz herzustellen - anders als zum Beispiel in den USA oder Großbritannien. Das sollten wir ändern. Die nächste Wahl kommt bestimmt. 
Links zum Thema

Wer etwas mehr zum Thema Transparenz erfahren möchte: Nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand aber trotzdem ein guter Einstieg auch und gerade mit Blick auf Niedersachsen: https://transparenzranking.de (via FragDenStaat). Außerdem ist das OpenDataHandbook eine Quelle der Inspiration – auch und vor allem für Institutionen und Behörden, die Transparenz etwas Positives (wie Vertrauen) abgewinnen können.