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Mensch sein in der Pandemie

Aus meiner Twittertimeline – übertragen ins Deutsche.

Aus Twitter
Sarah Noll Wilson

Okay Leute, wir müssen reden.

Während des ersten Monats der Pandemie gab es ein kollektives Erleben von Unterbrechung, Verwirrung, Unsicherheit und Chaos. Die Menschen teilten sich mit: Wie überfahren sie sich fühlten, wie anstrengend der Lernprozess war herauszufinden, wie das „zu Hause Arbeiten“ funktionieren könnte.

Die Menschen verausgabten sich dabei herauszufinden, wie sie die Kinder beschulen und gleichzeitig den Chef besänftigen könnten, wie sie sich gesund und ihre Familie sicher halten konnten.

Es gab Entscheidungsmüdigkeit, Videokonferenzermüdung, Veränderungsmüdigkeit. Es gab Einsamkeit, wirtschaftliche Härten und ein Gefühl von Trauer um das Leben, wie wir es kannten.

Meine Gespräche mit Führungskräften veränderten sich recht schnell von den üblichen strategischen Themen hin zu Einzelfragen, wie etwa: „Wie unterstütze ich meine Teammitglieder bei ihren Gefühlen“ oder „Wie kann ich mein Team unterstützen, wenn das morgendliche Aufstehen im Alltag fast unmöglich scheint?“

Die Bitten von Unternehmen um Gespräche und Beratungen rund um mentale Gesundheit, emotionale Belastbarkeit und emphatische Führung haben drastisch zugenommen. Während die Menschen wussten, dass alle betroffen waren, sind wir im inneren überzeugt, dass wir selbst es gerade so eben überhaupt schaffen.

Irgendwie haben wir uns selbst davon überzeugt, dass alle anderen es hinbekommen haben und nicht nur das: Sie haben es wie nebenbei geschafft, Focaccia zu backen und eine Nebenbeschäftigung zu beginnen.

Und wir denken uns: „Was ist falsch mit mir?“, „Wann kommt der Augen-zu-und-durch-Moment?“

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Kulturelle Landpartie 2020

Ja, sie fällt aus. Die Kulturelle Landpartie wurde in Folge von Corona abgesagt. Leider, wie Melinda und ich finden.

Wenn schon NIEMALS AUFGEBEN!, dann aber auch richtig. Darum haben wir ein Projekt gestartet und tatsächlich auch umgesetzt:

Virtuelle Landpartie

Seit Himmelfahrt ist die Virtuelle Landpartie im Netz und man höre und staune: Sie funktioniert in allen Aspekten, wie erwartet. Ich habe sogar sehr viel Aufwand für den Datenschutz betrieben und hoffe, dass alles konform ist. Gerade das Einbinden der vielen verschiedenen Zweige hat mich da einiges an Nerven gekostet.

Der YouTube-Channel steht, Instagram raubt uns den letzten Nerv, steht aber auch und die Website ist ernsthaft schick geworden.

Das Konzept ist einfach bestechend: Wohl wissend, dass wir niemals alle Punkte bedienen können haben wir uns radikal beschränkt, die dafür aber umfassend gefeatured. Der Landkreis hat es aufgenommen und als Pressemitteilung rausgegeben, mein eigenes Anzeigenblatt hat uns einen Aufmacher spendiert…, aber etwas wurmt mich doch gewaltig:

Der Vorwurf, die Seite sei zu werblich wurde erhoben und ist vielleicht richtig. Meiner Ansicht nach sind die die Aussteller Teil dieses Spektakels und nur wenn sie ihre Produkte auch zeigen können, werden sie im kommenden Jahr vielleicht wieder ins Wendland kommen können. Wenn sie außerdem etwas über diese Initiative verkaufen können – umso besser, wie ich finde! Und: Jedes Stadtfest, jede Initiative oder Weinfest, jede KLP, selbst jedes Feuerwehrfest oder jedes Musikkonzert hat auch einen wirtschaftlichen Aspekt.

Toll ist, dass ich für diese digitale Initiative soviel Liebe und Ankennung erhalten habe. Mehr gab es nur für die Roborallye in der Autolernwerkstadt ab (aber das ist Jahrzehnte her).

Corona: Graf Zahl ist der Tagesspiegel

Heute morgen habe ich die Deutschlandkarte im Tagesspiegel entdeckt und möchte diese hier gerne empfehlen.

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/karte-sars-cov-2-in-deutschland-landkreise/

Bisher war die Zeit mein Favorit, wenn es um die grafische Einordnung der Fallzahlen in Deutschland ging.

Das RKI hat zwar die umfangreichste und detaillierteste Aufstellung der Daten – aber Übersicht geht anders. Da macht dem Tagesspiegel nach meinem Dafürhalten niemand etwas vor.

Haste oder haste nicht? Zwei Klassen-Dystopie für Anfänger

Heute spricht Deutschland über das Einsetzen der Freiheit und das Abschwellen der Beschränkungen. Eine Zeit zum Nachdenken, wie ich finde.

Wie geht es weiter, in dieser unwirklichen Zwischenzeit in der unser Gesundheitswesen nicht kollabiert aber ein Impfstoff nicht verfügbar sein wird? Eine ausgesprochen verstörende Variante sind die Armbänder oder Medaillen – offen getragene Zeichen -, die genesene Covid-19-Veteranen tragen werden, um offen kund zu tun: „Sehet, ich bin bar jeder Gefahr! Bei mir könnt Ihr sicher sein.“

Es würde den Einzelhandel und Altenpfleger oder Friseursalons bestehend aus Medaillen-Trägern geben. Sicherheit versprechend, und den kleinen Vorteil nutzend, den der harte, wieder einsetzende Wettbewerb verlangt.

Und ganz im Ernst: Die Sicherheit, die wir Nicht-Infizierten mit einer Medaillen-Pizza erwerben, würde ein barer Mehrwert sein, oder?

Dabei bleiben aber all jene auf der Strecke, denen wegen Vorerkrankungen der Weg der Infektion versperrt ist. Auch wer sich dieser Logik und dem Test verweigert, kann keinen Stich erwarten.

Das Einzig Positive: Impfgegner wären die letzten in dieser Reihe. Und das aus Überzeugung!

Konsequent weiter gedacht wird mir gerade übel.

Corona: Wirtschaft hör die Signale!

Mal angenommen…. :

Während der stetige Fluss von Menschen durch die Shoppingcenter und Flaniermeilen austrocknet, breitet sich überall Sorge über den Weiterbestand unserer Wirtschaft aus.

Der Staat hat erstaunliche Macht bei der Einschränkung von Bewegungsfreiheit gezeigt und arbeitet gerade an der Überwachung dieser Einschränkung.

Dabei folgt er dem Wohl der Herde und lässt individuelle Wünsche des Einzelnen nicht oder nur in Ausnahmefällen gelten.

Das bringt mich zu folgender Überlegung:

Kann die Bewegungsfreiheit von Geld durch den Staat mit ebensolcher Macht beschränkt werden, um einen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern?

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