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Helau!

Am 11.11. um 11:11 Uhr kommt es zur Kernschmelze der guten Laune, Max und Erika Mustermann treffen sich zum Karneval, zum Tanz auf dem Vulkan und danach geht es ins Station zum Fußball und übermorgen auf den Weihnachtsmarkt – wer weiß, wann es wieder einen gibt. Nur gut, dass wir alle noch einmal so schön im Urlaub waren. Aber ich schweife ab, denn ich rieche etwas wie Schwefel.

Während sich durch das Bürofenster das Husten der Menschen quält, die von den beiden Allgemeinmedizinern nebenan behandelt – oder diagnostiziert – werden wollen, macht sich bei mir Ratlosigkeit breit.

Die Fallzahlen sind für mich nicht mehr relevant: Wir sind geimpft und ich will darauf vertrauen, dass eine Impfung für mein Kind von Experten als nicht vertretbares Risiko gesehen wird. Wenn ich dieses Vertrauen nicht mehr habe bin ich nicht besser als die Schwurbler, sage ich mir selbst.

Wir haben alle gewusst was passieren wird.

Irgendwie hoffe ich immer noch, dass ich mich irre: Aber wenn das Sterben beginnt, die Geimpften mit ihren Lungenembolien, Blinddarmdurchbrüchen und Herzinfakten einfach an ihren Krankheiten oder am Autounfall sterben und nicht an Corona, werden wir anfangen, mit Fingern aufeinander zu zeigen.

Dann stellen wir unser System auf die Probe. Dann werden wir feststellen, wie reif der gute Deutsche ist, frei zu entscheiden und gemeinsame Werte und die Würde des Menschen als Maßstab des Denkens zu behalten. Aber wer wirft den ersten Stein auf jene, die nach einer starken Führung gieren und nach starken Händen, festen Entschlüssen und Konsequenzen rufen?

Es wird keinen Unterschied mehr machen, ob Linke oder Rechte, Sie/Ihm/Divers die Macht verleihen wollen, den Scherbenhaufen mit eisernem Besen zusammenzukehren. Es wird Mehrheiten geben, die wie jetzt schweigen und hoffen, dass der Sturm vorüberzieht.

Als guter deutscher Besserwisser wollte ich nur mal drauf hingewiesen haben.

(Photo by Afif Kusuma on Unsplash)

Bologna

Wenn alle Bekannten von Italien schwärmen, möchte ich dem hier nicht nachstehen. Ich weiß nicht mehr, woher die fixe Idee kam, Bologna sehen zu wollen. Die Rote, Fette ist aber schon lange Zeit auf meiner „Go-To“-Liste. Vielleicht ist es der Stadt geschuldet oder dem Umstand, das erste Mal seit Jahren eine wirkliche Form vom Nachleben genossen zu haben: Bologna ist ein Highlight auf jeder Reiseliste!

 

Es ändert sich nix

Axel ist regelmäßig enttäuscht, dass die Zahlen im Wespennest nicht mehr so schön aktuell sind wie noch vor einigen Monaten. Wie viele Zeitgenossen leide ich unter einer gewissen Corona-Müdigkeit. Das Thema selbst ist endlos und der Strom von Zahlen reißt nicht ab.

Allein: Es ändert sich nix.

Die Wissenschaftler warnen, das Gesundheitsministerium in Hannover und das in Berlin vergeigen das Handling der Pandemie in immer neuen Variationen und die anderen Nachwuchsschauspieler in der Politik gefallen sich in Lockerungsübungen oder Vorwürfen, in Nabelschauen und Überbietungswettbewerben in der einen oder andern Richtung.

Im Wendland sind wir – wie bereits im vergangenen Juni – frei von gemeldeten oder verdächtigen Fällen. Hatten wir also alles schon mal – ist nix wirklich Neues, nein? Oh wait: In Europa macht sich die Delta- (oder halt die indische) Variante breit und diesmal sind auch die Kinder betroffen aber wir werden ja jetzt geimpft und die Schulen machen auf und alles wird gut und das Wetter ist schön und das Klima eine Katastrophe und das Wasser knapp und AAAAAArgh.

Ich mache mir immer noch Sorgen. Aber meine Freundin und ich sind im Impfprozess. Mein Sohn ist noch zu jung, die Empfehlungen der Stiko zur Impfung von Kindern sind intransparent und ohnehin ist der Impfstoff knapp.

Hände waschen, Maske tragen, soziale Kontakte vorsichtig erweitern aber immer noch beschränken und jetzt merken wir schon: Es wird kompliziert.

Gleichzeitig füllen sich Fußballstadien und Flughäfenterminals und wir bereiten uns auf die vierte Welle vor. Und wie bei der zweiten und dritten werden wir wieder von den Ereignissen überrascht sein und auch dann wird sich nix ändern

Hatte ich schon erwähnt, dass ich müde bin?

Achtung! Enkeltrick!

Warnt Eure Alten !

Wenn Ihr Euch immer fragt, wie können die da nur drauf reinfallen…?! So!

Voll in die Eisen

Die Bundesnotbremse war in Lüchow-Dannenberg bisher noch nie auch nur annähernd ein Thema.

Das lag einfach daran, dass unsere Inzidenzzahlen in der Regel deutlich und einmal hauchdünn unterhalb der 100er Marke lagen. Das ist vorbei.

Gestern, heute und morgen werden wir die 100 reißen. Drei Tage hintereinander also.

Weil die Zeitverzögerung bei Inzidenzen eingebaut ist, wird sich der Wert von 119 während der nächsten drei Tage halten, selbst wenn nicht ein einziger Fall dazu käme.
(Mehr zur Berechnung von Inzidenzen hatte ich hier mal aufschrieben)

Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, nach einem Impftermin fragen.

Rekord in Lüchow-Dannenberg

Mal wieder eine Rekordnachricht aus dem Landkreis: Während die Zahl der Mutationen von Montag auf Dienstag auf Schlag von 27 diagnostizierten Fällen auf 0 abstürzte, haben wir wieder in Lüchow-Dannenberg eine rasant steigende Zahl an Neuinfektionen. 21 neue Fälle in drei Tagen ist per se nix ungewöhnliches. Das deutet auf einen aktiven Cluster hin – aber die Zahl der unter Quarantäne stehenden Mitbürger war noch nie so hoch wie heute. Für jeden, der vor kurzem seine Isolationsaufforderung bekommen hat – Du bist nicht allein.

340 Leute unter Hausarrest – mehr waren es noch nie. Nicht mal am November, als 323 Menschen wegen zu engem Kontakt in Isolation geschickt wurden (hier zur Grafik). Ob das den Wünschen der Wirtschaft in die Hände spielt, überlasse ich jetzt mal den Experten in Hannover und Berlin aus Politik und Lobbyverband.

Recht erfreulich ist, dass die Zahl der Neuimpfungen wieder anzieht, nachdem in der vergangenen Woche die Dynamik irgendwie unterbrochen wurde.

Unerfreulich, das alles. Wieder einmal. #NoCovid!

Bleibt zuhause, wascht Euch die Hände, haltet Abstand und tragt die bescheuerte Maske.

Indien versinkt

Was dort in Indien passiert, bricht mir das Herz und wirkt auf mich wie das heraufziehende Armageddon. Die Infektionszahlen explodieren dort und nicht die Betten sind das Problem in Dehlis Krankenhäusern – es ist der fehlende Sauerstoff.

Selbst in den reichen Privatkliniken für die reichen Inder geht der Sauerstoff zur neige und egal welcher Kaste die Familie zugehörig ist: das große Sterben macht keine Unterschiede.

Bedrückend sind die Tweet von Dr. Eric Ding. Er hat sich seit Beginn der Pandemie in meiner Twittertimeline als vertrauenswürdiger early-Adopter von neuen Studien und Trends erwiesen und lag dabei meist richtig. Für Indien fällt auf: Die Regierung vertuscht, verharmlost und lenkt ab wo immer sie kann.

Offenbare Ungleichverteilung

Die diskrete Gleichverteilung ist eine spezielle Wahrscheinlichkeitsverteilung in der Stochastik. Eine diskrete ZufallsvariableX mit endlich vielen Ausprägungenx_1, \dotsc, x_n hat eine diskrete Gleichverteilung, wenn die Wahrscheinlichkeit für jede ihrer Ausprägungen gleich ist. Es gilt dann P(X=x_{i})={\tfrac  {1}{n}} für i\in \{1,\dotsc ,n\}. Die diskrete Gleichverteilung ist univariat und zählt, wie ihr Name sagt, zu den diskreten Wahrscheinlichkeitsverteilungen.

Wikipedia Diskrete Gleichverteilung

Nach längerer Zeit mal wieder eine interessante Website zum Thema Corona. Die hilft bei der Antwort auf die Frage: Sollen sie oder sollen sie nicht geöffnet werden, die Schulen?

https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/

Leider ist unser „Gesundheitsamtszweckverband-in-Auflösung“ nicht wirklich großzügig mit der detaillierten Kommunikation von Daten. Aber zeitverzögert kommen sie denn ja doch, dann sogar für alle Landkreise der Republik.

Für uns lautet die Zusammenfassung: Gemäß ihrem Anteil der Kreisbevölkerung führt die Altersgruppe „5 bis 14 Jahre“, bei den absoluten Zahlen der Erkrankten die Altersgruppe „35 bis 59 Jahre“.

Herzlichen Glückwunsch!