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Technik meets Brauchtum

Im Alter von 16 war es für mich selbstverständlich, die Osterferien während der Osterfeuerwache im Dorf meines Kumpels zu verbringen. Jedenfalls bei meiner Peergroup war das so üblich und ich bin ziemlich froh, dass es solche Peergroups heute im Wendland noch gibt.

Männer und Feuer – das hat etwas archaisches, etwas ursprüngliches. Jedenfalls sind die Grenzen zur Rationalität schnell überschritten.

Ging es damals für mich vor allem um Benzingespräche, Hifi-Anlagen und Bier, geht es dieses Jahr eher um ISO-Werte, Blendenöffnungen und Bratwurst.

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Bella Italia

Deutsche die im Dezember Urlaub machen wollten waren gut beraten, Italien als Reiseziel zu wählen. Gute Impfquoten, niedrige Inzidenzen und das vollständige Ausbleiben von Touristen führten mich nach Molise. Es gab noch einen anderen Grund, den ich hier aber nicht weiter erörtern werde.

Hier ist ein Ausblick auf die Gegend um Campobasso und Isernia für jene, die es bisher wohl bis nach Neapel schafften aber den Sprung ins Landesinnere nie wagten.

Wo sind all die Fälle hin?

Während Deutschland im 2. Weihnachtsfest dem Familienstreit soweit wie möglich aus dem Weg und die Pflegekräfte in den Krankenhäusern ohne Applaus ihrer Arbeit nachgehen (aber danke vielmals) machen einige Behörden Urlaub. Das ist dann auch der Grund, warum das RKI zwischen den Jahren so schön sinkende Inzidenzien melden wird.

Dass die Medien diesen Fakt bei ihren aktuellen Deutschlandzahlen unberücksichtigt lassen ist Ausdruck eines Amtsschimmels, der auch in einigen Redaktionen wiehert.

Nicht erschrecken, wenn es im neuen Jahr explodierende Statistiken gibt.

Ich wünsche allen Leser:Innen ein schönes neues, symptomfreies Jahr.

Helau!

Am 11.11. um 11:11 Uhr kommt es zur Kernschmelze der guten Laune, Max und Erika Mustermann treffen sich zum Karneval, zum Tanz auf dem Vulkan und danach geht es ins Stadion zum Fußball und übermorgen auf den Weihnachtsmarkt – wer weiß, wann es wieder einen gibt. Nur gut, dass wir alle noch einmal so schön im Urlaub waren. Aber ich schweife ab, denn ich rieche etwas wie Schwefel.

Während sich durch das Bürofenster das Husten der Menschen quält, die von den beiden Allgemeinmedizinern nebenan behandelt – oder diagnostiziert – werden wollen, macht sich bei mir Ratlosigkeit breit.

Die Fallzahlen sind für mich nicht mehr relevant: Wir sind geimpft und ich will darauf vertrauen, dass eine Impfung für mein Kind von Experten als nicht vertretbares Risiko gesehen wird. Wenn ich dieses Vertrauen nicht mehr habe bin ich nicht besser als die Schwurbler, sage ich mir selbst.

Wir haben alle gewusst was passieren wird.

Irgendwie hoffe ich immer noch, dass ich mich irre: Aber wenn das Sterben beginnt, die Geimpften mit ihren Lungenembolien, Blinddarmdurchbrüchen und Herzinfakten einfach an ihren Krankheiten oder am Autounfall sterben und nicht an Corona, werden wir anfangen, mit Fingern aufeinander zu zeigen.

Dann stellen wir unser System auf die Probe. Dann werden wir feststellen, wie reif der gute Deutsche ist, frei zu entscheiden und gemeinsame Werte und die Würde des Menschen als Maßstab des Denkens zu behalten. Aber wer wirft den ersten Stein auf jene, die nach einer starken Führung gieren und nach starken Händen, festen Entschlüssen und Konsequenzen rufen?

Es wird keinen Unterschied mehr machen, ob Linke oder Rechte, Sie/Ihm/Divers die Macht verleihen wollen, den Scherbenhaufen mit eisernem Besen zusammenzukehren. Es wird Mehrheiten geben, die wie jetzt schweigen und hoffen, dass der Sturm vorüberzieht.

Als guter deutscher Besserwisser wollte ich nur mal drauf hingewiesen haben.

(Photo by Afif Kusuma on Unsplash)

Bologna

Wenn alle Bekannten von Italien schwärmen, möchte ich dem hier nicht nachstehen. Ich weiß nicht mehr, woher die fixe Idee kam, Bologna sehen zu wollen. Die Rote, Fette ist aber schon lange Zeit auf meiner „Go-To“-Liste. Vielleicht ist es der Stadt geschuldet oder dem Umstand, das erste Mal seit Jahren eine wirkliche Form vom Nachleben genossen zu haben: Bologna ist ein Highlight auf jeder Reiseliste!

 

Es ändert sich nix

Axel ist regelmäßig enttäuscht, dass die Zahlen im Wespennest nicht mehr so schön aktuell sind wie noch vor einigen Monaten. Wie viele Zeitgenossen leide ich unter einer gewissen Corona-Müdigkeit. Das Thema selbst ist endlos und der Strom von Zahlen reißt nicht ab.

Allein: Es ändert sich nix.

Die Wissenschaftler warnen, das Gesundheitsministerium in Hannover und das in Berlin vergeigen das Handling der Pandemie in immer neuen Variationen und die anderen Nachwuchsschauspieler in der Politik gefallen sich in Lockerungsübungen oder Vorwürfen, in Nabelschauen und Überbietungswettbewerben in der einen oder andern Richtung.

Im Wendland sind wir – wie bereits im vergangenen Juni – frei von gemeldeten oder verdächtigen Fällen. Hatten wir also alles schon mal – ist nix wirklich Neues, nein? Oh wait: In Europa macht sich die Delta- (oder halt die indische) Variante breit und diesmal sind auch die Kinder betroffen aber wir werden ja jetzt geimpft und die Schulen machen auf und alles wird gut und das Wetter ist schön und das Klima eine Katastrophe und das Wasser knapp und AAAAAArgh.

Ich mache mir immer noch Sorgen. Aber meine Freundin und ich sind im Impfprozess. Mein Sohn ist noch zu jung, die Empfehlungen der Stiko zur Impfung von Kindern sind intransparent und ohnehin ist der Impfstoff knapp.

Hände waschen, Maske tragen, soziale Kontakte vorsichtig erweitern aber immer noch beschränken und jetzt merken wir schon: Es wird kompliziert.

Gleichzeitig füllen sich Fußballstadien und Flughäfenterminals und wir bereiten uns auf die vierte Welle vor. Und wie bei der zweiten und dritten werden wir wieder von den Ereignissen überrascht sein und auch dann wird sich nix ändern

Hatte ich schon erwähnt, dass ich müde bin?

Achtung! Enkeltrick!

Warnt Eure Alten !

Wenn Ihr Euch immer fragt, wie können die da nur drauf reinfallen…?! So!

Voll in die Eisen

Die Bundesnotbremse war in Lüchow-Dannenberg bisher noch nie auch nur annähernd ein Thema.

Das lag einfach daran, dass unsere Inzidenzzahlen in der Regel deutlich und einmal hauchdünn unterhalb der 100er Marke lagen. Das ist vorbei.

Gestern, heute und morgen werden wir die 100 reißen. Drei Tage hintereinander also.

Weil die Zeitverzögerung bei Inzidenzen eingebaut ist, wird sich der Wert von 119 während der nächsten drei Tage halten, selbst wenn nicht ein einziger Fall dazu käme.
(Mehr zur Berechnung von Inzidenzen hatte ich hier mal aufschrieben)

Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, nach einem Impftermin fragen.