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Hochwassertourismus macht mit zwei Rädern besonders viel Spaß wenn keine Helfer gestört werden und die Situation eher entspannt ist. Überraschungen sind trotzdem garantiert.

20130709-095929.jpgNach dem Wasser kommen die Insekten. Das war angekündigt und
erwartet – aber wie das Hochwasser selbst ist die Menge der Insekten doch in Ausmaß, Umfang und Konsequenz irgendwie unerwartet. Wer mit 70 Stundenkilometern auf dem Motorrad die Elbuferstraße entlang fährt, hört mit Einbruch der Dämmerung im Helm ein Geräusch, das verdächtig an Regentropfen erinnert. Tatsächlich sind es Milliarden hunderte von Flügeltieren, die am Visier des Helmes ein jähes Ende finden.

Der erfahrene Biker verzichtet darauf, während der Fahrt mit der Hand die Kadaver vom Plexiglas zu wischen. Mücken sind als Punkte im Blickfeld allemal besser denn als Streifen. Bevor es im Helm vollkommen dunkel wird halten wir an und sollten mit einem alkoholisierten Feuchttuch die Scheibe abwischen.

Sobald der Helm vom Kopf gezogen ist, öffnet sich dem Ohr das wahrgenommene Frequenzspektrum und offenbart ein fast technisches Brummen in der Landschaft. Ganz anders als die Mücken im Schlafzimmer, die mir mit ihrem “Siiiiii” den Schlaf rauben ist es eher ein vokalfreies “Wwwwww” und unverortbar. Es dauert auch einige Augenblicke bis ich bereit bin, das Geräusch auf die Schwärme der Insekten zurückzuführen.

Wo das Wasser weicht – was es auf breiter Fläche tut – hinterlässt es graubraune Grünflächen. Den Störchen geht es gut denn ihr Tisch ist reich gedeckt. Ob das sächsische oder tschechische Frösche sind die da im Vogelkropf landen, dürfte Karl Adebar gleich Wurscht sein. Viele Mücken, viele Frösche, viele Adebars im nächsten Jahr denke ich bevor wir aufbrechen und uns schwarze Nacht umhüllt.

Ich habe meinen Anteil an Eindämmung der Mückenplage getan, meine Ausrüstung inzwischen gereinigt und wünsche allen und den Bikern insbesondere einen schönen Sommer!

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