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Der Spiegel setzt sich aktuell mit den Spekulationsblasen auseinander.

Dabei wird eine interessante Frage gestellt:

Und wenn ein Anleger beispielsweise für 10.000 Euro Cobold-Anleihen erworben hat, und diese 10.000 Euro sind jetzt weg – wer hat dann das Geld? 20 Sekunden Pause in der Leitung. “Gute Frage”, sagt die freundliche Pressedame. Noch einmal 15 Sekunden Schweigen. “Das muss ich erfragen.” Sie notiert die Fragen, verspricht, einen kompetenten Gesprächspartner zu suchen. Drei Tage später kommt die Antwort der DZ Bank. Diese Informationen, heißt es knapp, seien “für den Anleger nicht relevant”.
Spiegel Online

Dabei bleibt es leider. Aber wer kennt die Antwort auf diese Frage? Bitte um einen Kommentar Spekulationen sind ausdrücklich gewünscht :-)

6 Comments

  • Die Antwort ist ganz einfach. Das Geld “hat” derjenige, der es am Ende tatsächlich ausgegeben hat. Er hat es natürlich auch nicht mehr, ist ja ausgegeben. Aber aus der Geschäftsbeziehung gibt es keine Ansprüche mehr, die im Gegensatz dazu beim Verleihen immer noch bestehen.


    Landmusik ist mein Leben!

  • ahso… aus wikipedia. unter dem leitartikel “Geld”

    die relativ “pessimistische” betrachtung meines vorposters teile ich nicht ganz :)

  • Lange dienten zur Sicherung des Geldwertes materielle Güter, insbesondere Gold. Daraus ergibt sich aber noch keine Äquivalenz von Materie und Geld, sondern hergestellt wurde nur ein Bezug von Geld zu dem Wert des Goldes. Populär ist die Annahme, Geld könne mit Energie verglichen werden. Jedoch gälte dann der Energieerhaltungssatz, und Geld könnte weder entstehen noch vernichtet werden. Einen Bezug zwischen Geld und Entropie stellte im Jahr 1887 der Mathematiker Georg Helm her. In seiner Lehre von der Energie postulierte er, dass Geld das ökonomische Äquivalent niedriger Entropie sei. In den Wirtschaftswissenschaften ist die Akzeptanz von physikalischen Analogien zu Geld eher niedrig, jedoch brachte Nicholas Georgescu-Roegen im Jahr 1971 Helms Gedanken wieder in Erinnerung[5]. In der Physik kann der Begriff der Entropie heute aus der Informationstheorie heraus erklärt werden[6], entsprechend liegt dann bei der Anwendung des Entropiebegriffes auf Geld keine physikalische Analogie vor, sondern eine informationstheoretische Deutung. Damit kann unter Anderem mit der Beschreibung der Entropiezunahme als Informationsverlust[7] die Möglichkeit der „Geldvernichtung“ erklärt werden. Hierzu gehört auch die Beschreibung von Irreversibilität in der Ökonomie und ihre Bedeutung für Wechselkursmodelle

  • Sehr vereinfacht erklärt:
    Wenn ich eine Aktie oder Anleihe kaufe, erstehe ich (getrieben von meiner Gier) Vertrauen. Vertrauen in eine Unternehmung, die auf Einschätzung von Wirtschaftsexperten (oder jenen, die für solche gehalten werden -Stichwort: Ratingagenturen) basiert. Umgangssprachlich und pauschal auch “Vertrauen des Marktes” genannt.
    Umgekehrt gebe ich auch Vertrauen in die Zukunft, denn ich vertraue auf die wachsende Prosperität des Unternehmens, an dem ich mich in Form einer Aktie, Anleihe, etc. beteilige.
    Ich investiere also Geld und bekomme als Gegenleistung ein Stück Papier, das meine Investitionssumme bestätigt. Da ich das Geld dem Unternehmen zur freien Verfügung gestellt habe, wird es zum Buchgeld, es wird also quasi immateriell und das Unternehmen kann es im Grunde verbuchen, wie es will (was in Firmenbilanzen häufig und gerne getan wird). Investiert das Unternehmen nun z.B. seinerseits in Aktien, Anleihen, etc. von anderen Firmen und bricht das System ganz oder teilweise zusammen wie zur Zeit, wird großteils Buchgeld vernichtet, also keine wirklichen Werte (noch dazu, weil am Aktienmarkt oft weit überbewertet).
    Die die’s trifft, sind die Kleinanleger, da sie am Ende der Futterkette stehen (oder am Anfang – wie man’s sieht), denn erstens bekommen sie in guten Zeiten im Regelfall nicht den vollen Wert ihrer Aktien ausbezahlt, da eine Unzahl an Leuten mitverdient (quasi durch und von ihrer Investition lebt) und zweitens ihr Geld im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgeht, als würden sie sich damit die Selbstgedrehten anzünden.
    Oder in anderen Worten: Man tauscht echtes Geld gegen Spielgeld (Aktien – wobei hier bemerkt sei, daß auch unser “echtes” Geld, eigentlich “Spielgeld” ist, da sein Wert ein angenommener Wert ist, der auf der Wirtschaftsleistung beruht), spielt aber nicht selbst, sondern setzt seine Bank für sich an den Pokertisch.
    Das ist – wohlgemerkt ganz vereinfacht dargestellt – auch genau das Problem, warum Banken und Finanzdienstleister sich schwer tun, eine Erklärung abzugeben, denn die Erklärung würde bedeuten, das sie einerseits den Kundennepp der letzten Jahre zugeben und andererseits eingestehen, daß Wirtschaft keine exakte Wissenschaft und zu weiten Teilen vom Zufall bestimmt ist.
    Die ehrliche Antwort müsste also lauten: “Wir haben’s verzockt, aber ihr seid selber Schuld, weil ihr auch immer so gierig seid”. Da das nicht so gut klingt, heißt’s eben, es sei “für den Anleger nicht relevant”. Ob das allerdings besser kommt, ist zu bezweifeln, irrsinnig arrogant ist es allemal.
    In der Realität ist aber die Frage nach dem Verbleib des Geldes für Cobold-Anleihen (nomen est omen) genauso unsinnig wie die Frage nach dem Verbleib des Geldes für den Neuwagen, den man gerade an die Wand gefahren hat.
    Mfg,
    Axel Helm, MAS, MBA

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