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Corona: Hallo Nachbarn! Geht nach Hause!

Ich habe zu diesem Topic bisher nur geschrieben was andere herausfanden.

Jetzt will ich aber auch mal was sagen!

Sorglosigkeit kotzt mich an!

Gestern habe ich mit kleinen Arbeitgebern im Landkreis gesprochen, in Lüchow und anderswo. Und es herrscht nackte Existenzangst. Es tut mir so leid. Die Lager voll, die Lage unübersichtlich, die Neider überall, das Konto im besten Falle nicht leer aber der Laden zu. Sie alle sind nicht groß genug, um bestimmt gerettet zu werden und nicht laut genug, um sich „da oben“ Gehör zu verschaffen!

Aber genau da oben wird jetzt ihr und unser aller Leben bestimmt und für viele aber offenbar nicht alle auf den Kopf gestellt.

Dass die Schulen geschlossen sind, bedeutet nicht, dass wir bildungsfern durch die Welt mäandern müssen!

Da sind die jungen Damen, blond- und schwarz- und blauhaarig beim Beautyshoppen bei Rossmann…

Da sind die Ü50 bei Edeka. Zu feige, um das Wechselgeld aus der Hand der Mitarbeiter zu nehmen und cool genug, um eine Stunde bei Kaffee und Kuchen mit denen zu schnattern, die sie täglich dort treffen…

Da sind die jungen Männer die mit lässigen Schritt und arrogantem Blick unverwundbar mit den Bro’s durch die dörfliche Hood ziehen und eigentlich nur um ihr Revier zu markieren…

Da ist die Mutter, die im Kollegenkreis über die vergangenen und kommenden Wochenendfestivitäten resümiert…

… alles ganz normal, alles wie immer?

Ihr macht Euch gerade hässlich. Ihr versündigt Euch. Ihr verliert jede Ehre. Ihr hättet es nicht besser verdient.

Und Ihr widert mich angesichts der existenziellen Ängste meiner Freunde und Nachbarn, Kunden und Kollegen einfach nur an.

5 Antworten auf „Corona: Hallo Nachbarn! Geht nach Hause!“

Piano, mein Freund.
Ich kann zwar Deine Erregung nachvollziehen, da ich selbst in „normaleren“ Zeiten am Großteil meiner Mitmenschen regelmäßig verzweifle.

Jedoch ist das, was Du monierst, normales menschliches Verhalten, und Unvernunft wider besseres Wissen ist da die Regel, nicht die Ausnahme.
Das war schon immer so und wird auch immer so sein, solange es menschen gibt. Wir werden das nicht ändern können, egal was wir tun.

Also freu`Dich lieber, dass auch diese Krise vorbeigehen wird, und Du den „blauhaarigen jungen Damen“ bald wieder nachschauen und über „die jungen Männer mit lässigem Schritt in der Hood“ lachen kannst.

Und seien wir ehrlich, wir sind um keinen Deut besser als jene, die Du anprangerst.
Oder fahren wir beide z.B. in Zeiten der fortschreitenden Erderwärmung etwa nicht Autos, die viel größer und stärker sind, als wir jemals brauchen, um von A nach B zu kommen?
Und das, obwohl wir beide sehr gut wissen, dass die Erderwärmung für die gesamte Menscheit weitaus gefährlicher ist als Covid-19!
Wenn Du über alle Lebensbereiche nachdenkst, lassen sich die Beispiele hundertfach fortsetzen.

Daher und um Deine Worte zu gebrauchen:
Wir sind genauso „hässlich“ wie jeder andere und „versündigen“ uns jeden Tag an hunderten Dingen, von denen wir wissen, dass sie schlecht für uns und/oder für unsere Mitmenschen sind.

Mein Lieber,
ich verwahre mich gegen die Vermutung, ohne Corona den Blauhaarigen hinterherzuschauen und was unsere gemeinsame Hood angeht: Die wurde seinerzeit wenigstens nächtens vom Heurigen aus erschlossen (bzw. aus dem Bistro) – nicht lässigen Schrittes, sondern eher unsicher.
Außerdem geht ein gehöriger Rant nicht ohne eindeutige Positionen – welche ich aber bestimmt nicht wegen eines Kommentars von Dir räume…

Sollst Du ja gar nicht!
Nichts lag und liegt mir ferner Dir (oder auch jemand anderen) die Meinung abzusprechen!
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Du darauf durch meinen Kommentar kommst?

Auch nicht, dass Du ohne Corona den Blauhaarigen nachschaust. Soviel ich feststelle, habe ich geschrieben, dass Du bald wieder den blauhaarigen jungen Damen nachschauen KANNST.
Der kleine, aber feine Unterschied liegt darin, dass ich NICHT geschrieben habe, dass Du das tust.
Zwischen etwas tun können und etwas wirklich tun, ist immer noch ein Unterschied!

Dass was du über unsere gemeinsame Hood schreibst, stimmt absolut und ist eine meiner liebsten Erinnerungen.
Nur habe ich nicht über diese Hood geschrieben, sondern mich auf Deine Worte bezogen (deswegen habe ich das auch in Kommas gesetzt, was üblicherweise ein Zitat kennzeichnet).

Sei mir nicht böse, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich jetzt etwas abkriege, wofür ich überhaupt nichts kann, und womit ich eigentlich gar nichts zu tun habe. Das ist jetzt aber wirklich reine Vemutung.

Ich bin nicht der Gegner!
Jedenfalls wollte und will ich Dich nicht in welcher Form auch immer beleidigen.
Falls ich es unwissentlich oder unbedacht getan habe, entschuldige ich mich. Das war und ist nicht meine Absicht.

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