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Deutschlandradio Kultur – Politisches Feuilleton – Horror der großen Zahl

Der Mensch hat die erstaunliche Fähigkeit, Dinge, von denen er weiß und die ihm unangenehm sind, wieder in den Hintergrund zu schieben und zu vergessen. Er hat aber auch die Möglichkeit, sie im Bewusstsein wach zu halten. Er kann die Entscheidung treffen, sich nicht zum tausendsten Mal wider besseres Wissen von den Bildern auf der Milchpackung und dem grinsenden Schwein an der Wursttheke veralbern zu lassen. Wir haben die Freiheit, Konsequenzen zu ziehen.

via Deutschlandradio Kultur – Politisches Feuilleton – Horror der großen Zahl.
Angesichts der laufenden und unseligen Laufzeitendebatte um Atomkraftewerke unterstreiche ich die Allgemeingültigkeit dieser Aussage – auch wenn es im konkreten Fall im Wendland eher um Vogler und Wiesenhof als um Gorleben geht 😉

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Hörbar: Castor 2006

Während sich in Lüchow-Dannenberg die letzten Polizeikräfte aufs Abrücken vorbereiten, taumeln so langsam die Videos in den gängigen Portalen ein.
Weniger genutzt wird die Option ‚Audio‘, die TagX-Interessierte unter dem Stichwort ‚Podcast‘ schließlich auch im Web nutzen könnten.
Hier also meine ganz persönliche Geschichte vom TagX #10.

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Castor 2006 – Fazit


Klappe zu, Affe tot.
Kurz nach 6 Uhr erreichen die Tieflader am Montagmorgen das Zwischenlager. Nach dem inzwischen 10.TagX stehen nun 80 Castoren in Gorleben. Dieser TagX war der erste, den ich aus der Perspektive als ‚Dannenberger‘ live miterlebt habe. ‚Wendländer‘ war ich ja schon immer, aber Dannenberg ist dichter am Geschehen als Lüchow und noch dichter als Wolfsburg.
Der Termin.
TagX an einem Wochenende ist neu. Es ist nicht jedermanns Sache, sich einen Tag frei zu nehmen, um im Wendland Position gegen den Atomstrom zu beziehen. Sich aber an einem Sonntag ins Auto zu setzen und nach Gorleben zu fahren, ist vergleichsweise leicht.
Vielleicht ist es so zu erklären, daß die Auftaktveranstaltung am Sonnabend in Gorleben so gut besucht war. Auch wenn ich nicht weiß ob es nun 3.000 oder 6.000 Demonstanten waren – ich fand es beeindruckend, daß die Menschen auch nach dem 10.Mal Stellung bezogen haben. Eine Toncollage von diesem Tag habe ich übrigens beim blogspiel ins Rennen geschickt. Zu spät ich weiß, aber ich hatte echt zu tun.
Den Straßentransport auf einen Montag in die frühen Morgenstunden zu verlegen, ist hingegen ein geschicktes Manöver der verantwortlichen Taktiker. Der wendländische November ist ausgesprochen ungemütlich, die Nächte sind nass und kalt, und nur die ganz Engagierten nehmen diese Hürde. Der große Rest bleibt außen vor – also im Bett.
Die Internationalität.
Bisher hatte ich keinen Kontakt zu ‚ausländischen‘ TagX-lern. Wir hatten am Sonnabend einen total netten Tramper aus dem niederländischen Groningen mitgenommen. ‚Die Wendländer sind spitze‘, meint der und wir unterhielten uns im wahrsten Sinne über Gott und die Welt. Schönen Gruß von hier aus.
Delegationen aus Frankreich vor Ort, Grußworte aus Russland im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde mir wieder bewusst: Atomkraftgegner gibt es auf der ganzen Welt. Der Widerstand gegen Atomstrom vernetzt sich scheinbar auch über die Ländergrenzen hinaus. Globalisierung made by Wendland.
Eine Aktion ist mir aufgefallen:
Die Stromwechselaktionen.
Wenn Kundenströme wandern, schmerzt das alle Zahlenjongleure in allen großen Unternehmen besonders. Ob das Verteilen von Handzetteln ausreicht, weiß ich natürlich nicht – aber die Idee ist charmant.
Und konsequent: Wer seinen Strom sauber haben will, der muss eben einen Euro mehr bezahlen. Oder er macht ihn sich gleich ganz selbst. Zum Beispiel aus Biogas. Natürlich nur, wenn er nicht im Grabower Neubaugebiet wohnt.
Mein Fazit?
Der Widerstand ist zwar schon 30 Jahre alt aber ich glaube man kann ihm trotzdem noch Vertrauen schenken. Die Leute hier sind ihren Teil stur. Wer hier öfter ist weiß das. Wer hier wohnt, wird früher oder später selbst so. Das liegt vielleicht an der Luft, an unseren Kühen oder an der Nähe zur Elbe.
Der Widerstand hat sich meiner Ansicht nach um unsere ganze Region verdient gemacht und er wird auch weiterhin für eine frische Briese im sonst so gottvergessenen Zonenrand sorgen. Auch, wenn der nächste Castortransport schon heute geplant wird.

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Dicht dabei, vorbei

Um 15.00 passierte der Zug unseren Standort. Nun ist uns der Rueckweg nach Dannenberg versperrt.

Der Tag ist gelaufen.

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Hitzacker, Harlingen

Er rollt, wenn auch langsam. Nach den Durchsagen des Lautsprecherwagens haben sich 500. Demonstranten an der Harlinger Bahnunterfuehrung eingefunden.

Hier in Harlingen kreist ein Hubschrauber. Die Mannschaftswagen sind abgerueckt. Angeblich weil die Polizei Angst bekommen hat. Informationen sind schwer zu bekommen. Ein Kamerteam vom Fernsehen friert wie wir in unmittelbarer Naehe der Gleise.

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Da biste platt: Gullifalle

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Geschichte koscher ist. Wie eben in den Spätnachrichten auf Vox gesehen, hat sich heute direkt vor unserer Gartenpforte ein Krimi ereignet:

Berliner Polizeiwagen postieren sich um einen Gullideckel auf der B216 kurz vor der Einmündung zur B191 am Rande der Dannenberger Stadtgrenze.

Wir sehen zu überlegen noch was da wohl passiert sein könnte. Nach einer Stunde ist uns der Polizeiauflauf der sich da entwickelt aber relativ wurscht. Fotos gemacht und gut.

Dann die Spätnachrichten und die Erkenntnis, dass da vor unserer Haustür ein ‚Terror‘-Anschlag stattfinden sollte. Die Metallkonstruktion ist unter einem Gullideckel verborgen und soll per Funk auslösen, um – so die Vermutung – die darüberfahrenden Reifen zu zerstören.

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Hörbar: Castor Archiv III


Wer hätte es gedacht. Inzwischen der dritte Teil mit Interviews zum Thema „Castor“ hier aus dem Wendland.
Den zweiten Teil habe ich im Blogspiel vom dRadio platziert, der erste ist wegen „Ãœberlänge“ nicht akzepiert worden… Für alle, die über das Podspiel auf diese Seite gekommen sind: Hier ist der erste Teil noch einmal nachzuhören.
Ich würde mich natürlich freuen, wenn mein Beitrag auch die eine oder andere Stimme von Euch beim Voting bekommen könnte. 😉
In diesem dritten Teil kommt Stefan zu Wort. Er kommt eigentlich aus Düsseldorf und ist über den Umweg Hamburg ins Wendland gekommen. Stefan ist einer von den damals „jungen Leuten“, die ende der 70er Jahre im Zuge der Atomdiskussion ins Wendland gekommen sind.
Er erzählt in diesem Interview, warum es ihn in Wendland gezogen hat, warum Gorleben seiner Meinung nach mehr ist, als nur ein Symbol und welche Rolle das Wendland in der gesamten „Ausstiegsdiskussion“ eigentlich spielt.
Bis zum 11.November, dem vermeintlichen Tag X des Jahres 2006, versuche ich hier regelmäßig neue „alte“ Interviews zu veröffentlichen. Sie alle sind in Folge eines Features entstanden, das ich für den ORF 1998 erstellt habe.
Also: Viel Spaß beim Hören.
PS. Ich habe dieses Mal auf ID-Tags beim MP3 verzichtet. Ich fürchte nämlich, dass die für die Probleme mit meinem Feed verantwortlich sind.

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Hörbar: Castor Archiv II

In was für einer Welt leben wir? Diese Frage stellt sich jeder früher einmal.

Diese Frage lässt sich vielleicht besser beantworten wenn man sich daran erinnert, wie die Welt früher einmal war.
Ein Professor von mir nannte die gehörte Erinnerung eines Fremden in einer Vorlesung in Krems „oral history“. Prof. Jagschitz akzeptierte, dass Geschichtsempfinden immer subjektiv gefärbt ist, ja sein muss.

So auch dieses Empfinden eines Zeitzeugen, der das Wendland beschreibt wie er es als junger Mensch erlebte. Damals in den 70ern, als die Atomanlagen in Gorleben nur für wenige eingeweihte Kreise ein Thema war.

Erstaunlich finde ich die Zeitlosigkeit seiner Aussage.

Viel Spaß beim Hören.

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Hörbar: Castor Archiv

Nachdem ich meine neue Festplatte eingerichtet habe bin ich heute zufällig über ein altes MP3 gestolpert. Keine Musik aber nichts desto weniger spannend, weil inzwischen zeitgeschichtlich: ein Interview, dass ich für ein ORF-Feature gemacht habe.

Ich stelle es mal online. Nur für Interessierte am Thema Castor und Nostalgie… 🙂