Alle Artikel in: Politik

Positionen einnehmen und Positionen verstehen gehört irgendwie zusammen. Abgrenzung und Koalition sind spannende Prozesse – persönlich und gesellschaftlich.

Haste oder haste nicht? Zwei Klassen-Dystopie für Anfänger

Heute spricht Deutschland über das Einsetzen der Freiheit und das Abschwellen der Beschränkungen. Eine Zeit zum Nachdenken, wie ich finde. Wie geht es weiter, in dieser unwirklichen Zwischenzeit in der unser Gesundheitswesen nicht kollabiert aber ein Impfstoff nicht verfügbar sein wird? Eine ausgesprochen verstörende Variante sind die Armbänder oder Medaillen – offen getragene Zeichen -, die genesene Covid-19-Veteranen tragen werden, um offen kund zu tun: “Sehet, ich bin bar jeder Gefahr! Bei mir könnt Ihr sicher sein.” Es würde den Einzelhandel und Altenpfleger oder Friseursalons bestehend aus Medaillen-Trägern geben. Sicherheit versprechend, und den kleinen Vorteil nutzend, den der harte, wieder einsetzende Wettbewerb verlangt. Und ganz im Ernst: Die Sicherheit, die wir Nicht-Infizierten mit einer Medaillen-Pizza erwerben, würde ein barer Mehrwert sein, oder? Dabei bleiben aber all jene auf der Strecke, denen wegen Vorerkrankungen der Weg der Infektion versperrt ist. Auch wer sich dieser Logik und dem Test verweigert, kann keinen Stich erwarten. Das Einzig Positive: Impfgegner wären die letzten in dieser Reihe. Und das aus Überzeugung! Konsequent weiter gedacht wird mir gerade übel.

Washington und die Machtfrage

Wenn man von Macht spricht kommt man nicht umhin, umgehend zu relativieren. Eltern sind die unmittelbarste Form der Macht, die als kleinster gemeinsamer Nenner gelten könnte, wenn von Macht gesprochen werden muss. Denn auch wenn wir unterschieldlicher Meinung sind, wie mächtig jemand überhaupt sein darf, so einig dürften wir uns sein, dass sich das Machtgefüge zwischen Eltern und Kind im Laufe der Zeit verschiebt, ja verschieben muss. Im Laufe der Jahre sozialisieren wir uns außerhalb der Familie und spüren unsere Ohnmacht eher als wir unsere Macht erleben. Irgendwann aber wird jedem einmal klar, dass eine Macht in Frage gestellt werden kann und vielleicht gestellt werden muss. Bedenken wir, dass jede Machtfrage erst einmal eine Idee ist. Eine Idee, die in ihrem Kern auf äußeren Einflüssen fußt und sich kollektiv Bahn brechen muss, wenn sie denn kollektiv gestellt werden soll. Kein Mensch käme auf die Idee die Macht von Mutter Natur ohne grundlegende Beweggründe zu bezweifeln. Katastrophen geschehen, sagen wir uns. Zur Zeit wird die Macht der Geheimdienste in Frage gestellt. Nicht überall auf der Welt …

Nichts zu verbergen – was geht mich das an!

Wieviele Menschen interessieren sich eigentlich für diese Sache, die mich seit einigen Tagen massiv beschäftigt? In meiner offline-lastigen Familie interessiert es jedenfalls deutlich unterhalb des Empörungspotentials. Gleiches gilt für meinen mehr oder weniger offlinigen Bekannten- und Freundeskreis im echten Leben und bei Facebook. Überwachung sei doof, ja schon – aber jeder hat nichts zu verbergen. Komisch ich habe eine Menge zu verbergen und meine Freunde vor mir.

Vorbei.

Als ich meine Nadel für den 20. gezahlten Jahres-Mitgliedsbeitrag bekam, war die Beziehung schon reichlich gestört. Wären nicht die Leute vor Ort gewesen, ich hätte mein Parteibuch schon lange abgegeben. Irgendwann zwischen der Europa-Wahl und der Bildung der Berliner Koalition der habe ich den Glauben an die Parteispitze verloren. Dabei ist mir die Idee von Selbstbestimmung, Freiheit und vom schlanken Staat noch immer sehr sympathisch. Einzig die Aussagen der Fernsehgrößen haben bei mir immer öfter Schleudertraumata vom Kopfschütteln verursacht.

Seit 20 Jahren absehbar.

Jetzt mal im Ernst: Wer hätte gedacht, dass es mit unserer Währung überhaupt solange gut geht? Ist ja nur Papier und das ganze hatten wir auch mal in schön, damals, als unsere Dichterfürsten noch darauf zu sehen waren! Während in Brüssel die Briten mal wieder die Position “dagegen” vertreten, frage ich mich als Otto-Normalverbraucher, was da eigentlich mit uns geschieht. Vorweg: Im Grunde genommen sollte ich mich nicht beschweren, habe ich ja auch nicht! Meine persönlichen Sparguthaben werden zwischenzeitlich von denen meines Dreikäsehochs in den Schatten gestellt und auch im Kollegen- und Bekanntenkreis besitzen die (schulpflichtigen) Kinder häufig mehr Geldvermögen als die Eltern. Die uns gemeinsame Sorge entspringt also eher der Fürsorge für die kommende Generation. Allein: Niemand aus meinem Umfeld fühlt sich in der Lage, die aktuelle Situation auf ihre Folgen hin abzuschätzen. Der Wille zum Verständnis ist da, die Wirtschaftsnachrichten werden gelesen und und weitgehend verstanden, wir tauschen uns aus und trotzdem bleibt Ratlosigkeit das vorherrschende Gefühl. Wie so oft hilft ein Blick in die Geschichte. Sehr weit muss man nicht zurückschauen. 20 …

Die Verhandlungsposition der Bäuerlichen Notgemeinschaft

Wenn Räumen nicht geht, dann wird halt verhandelt. Aber wer verhandelt was? SO 15:47O-TON Beteiligten (Bäuerliche Notgemeinschaft): »Wir sind bereit, uns aus der Betonpyramide zu lösen und das Gleis zu verlassen, wenn vom Bundesumweltministerium folgende Zusage gemacht werden: Sofortiger Baustopp im Gorlebener Salzstock, sofortiger Stopp aller Castortransporte nach Gorleben, bis der Umgang mit dem deutschen Atommüll geklärt ist, keine Strafverfolgung von angeketteten Menschen! (zu: Pyramidenblockade in Hitzacker)« via castorticker.de